EVERSTEN - Der Brunnen auf dem Marktplatz in Eversten erzählt ein Stück Stadtgeschichte. Seit 1924 steht er in seiner jetzigen Form auf dem Areal am Eversten Holz. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Abbruchstellen und dicke Risse sind zu erkennen. „Noch heute und in Zukunft ist dieser historische Brunnen ein erhaltenswertes Denkmal, ein Kleinod, das es für die Stadt und Eversten zu retten gilt“, sagt Rainer Zemke vom Vorstand des Bürgervereins Eversten.
Er hat im Namen des Vereins einen Brief an Oberbürgermeister Gerd Schwandner geschrieben. Darin wird darum gebeten, bei den Beratungen zum städtischen Haushalt für das nächste Jahr auch die dringend nötige Instandsetzung des Brunnens zu berücksichtigen.
Inzwischen habe sich herausgestellt, dass das für den Brunnen von der Stadtverwaltung vorgeschlagene „Wasserspiel“ aus technischen Grünen nicht realisierbar ist, weiß Zemke. Es verbleibe aber der Renovierungsbedarf.
Um die Bedeutung des Brunnens deutlich zu machen, verweist der Everster auf dessen Geschichte. Die hat zum Beispiel der Heimatforscher Georg Bredehorn in seinem Buch „Eversten von 1200 bis ins 20. Jahrhundert“ beschrieben. Dort ist zu erfahren, dass der bereits dritte Brunnen auf dem Marktplatz 1913 vom damaligen Bürgerverein als Zierbrunnen gebaut wurde. Entworfen hat ihn der Bildhauer Max Gökes. Nach einer gewissen Zeit verfiel die Anlage. Sie wurde nach der Eingemeindung Everstens im Jahr 1924 wieder hergestellt. Gökes lieferte die Entwürfe für die den Brunnen schmückende Vase sowie die Inschrifttafeln, deren Texte Stadtarchivar Professor Dr. Dietrich Kohl verfasste.
Der Brief von Rainer Zemke ist am Montag im Büro des Oberbürgermeisters angekommen. „Er wird zur Prüfung an die zuständigen Ämter weitergeleitet“, so Stadtsprecherin Christiane Maaß auf Anfrage der NWZ .
Renovierungsbedürftig sind laut Rainer Zemke auch die Bänke im Eversten Holz. Mitglieder des Bürgervereins hätten inzwischen eine neue Parkbank gespendet. Und die Schlossgartenverwaltung habe dem Verein mitgeteilt, dass sie zurzeit eine Planung für neue Bänke erstellt.
Der Bürgerverein bittet seine Mitglieder, für Verbesserungen des Eversten Holzes bzw. zur Ausgestaltung Everstens mit Kunstwerken (u. a. auch an der Tonkuhle) weiterhin zu spenden. Gleichzeitig nimmt er dafür Anregungen entgegen unter Tel. 5 79 42 und per E-Mail info@oldenburg-eversten.de
