EVERSTEN - Verwunschen wirkt es, und manche Ecke erinnert an die Landschaft in Worpswede: Das Everstenmoor hat eine besondere Faszination auf den Spaziergänger. Vor 20 Jahren wurde dieser Teilbereich des ehemals riesigen Wildenlohsmoores als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zum runden Geburtstag hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf Antrag der Stadt Oldenburg das Geld für drei neue Informationstafeln zur Verfügung gestellt. Auch die beiden anderen Naturschutzgebiete im Stadtgebiet (siehe Info-Kasten) sollen neue Schilder bekommen.
Texte schnell zu erfassen
„Wir haben die Tafeln völlig überarbeitet. Sie sind moderner. Die Texte über das Naturschutzgebiet sind schneller zu erfassen“, erklärt Robert Sprenger, Fachdienstleiter Untere Naturschutzbehörde der Stadt. Zusammen mit seiner Kollegin Antje Weisgerber-Johannes, Bernhard Bruns vom NLWKN und der für das Gebiet Everstenmoor und Hausbäke-Niederung zuständigen Landschaftswartin Sabine Reimer stellte er die neuen Schilder am Dienstag vor.
Die Tafeln befinden sich im Bereich Kavallerieweg/Ansgariustiergartenweg, Kavallerieweg/Freesenweg und am Sandfurter Weg. „Nur auf den gekennzeichneten Wegen darf das Gebiet betreten werden. Und Hunde sind selbstverständlich an der Leine zu führen“, betont Sabine Reimer. Mehrere Dämme ziehen sich im Süden des Areals durch das Gebiet. Sie sind ein Tabu für Spaziergänger. „Hier ist die Ruhezone für die Tiere“, so Sabine Reimer.
Gut getarnter Falter
Seit 17 Jahren ist sie ehrenamtlich als Landschaftswartin tätig. Sie kennt jede Ecke im Everstenmoor, in dem bis 1960 Torf abgebaut wurde. Mit geschultem Auge erblickt sie einen Grünen Zipfelfalter. Dieser gut getarnte Schmetterling ist nur so groß wie ein Fingernagel. Kreuzottern gibt es im Naturschutzgebiet, den Baumpieper, die Waldschnepfe, Wollgras und die Glocken-Heide. „Das Everstenmoor ist auch europaweit ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet von bedeutender Rolle“, sagt Bernhard Bruns.
Durch die Trockenheit in dem degenerativen Hochmoor kommen immer wieder die Birken hoch. Die Entfernung dieser Bäume in einigen Bereichen, die Entbirkung, soll die hochmoorigen Lebensgemeinschaften und die Vielfalt erhalten. „Doch die Entbirkung hat nicht viel gebracht“, sagt Bruns, „das ist eine Dauerpflegehilfe, für die nicht immer Geld da ist.“
Die 350 Hektar große Fläche wurde 1991 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Die Wiesen sind ein Vogelschutzgebiet auf der Grundlage der europäischen Vogelschutzrichtlinie. Für das gesamte NSG gilt Betretungsverbot.
Das 115 Hektar große Gebiet wurde 1990 unter Schutz gestellt. Es ist der letzte unkultivierte Hochmoorrest im Gebiet der Stadt Oldenburg. Spaziergänger dürfen nur die ausgewiesenen Wege betreten. Erreichbar ist das Gebiet über Kavallerieweg und Sandfurter Weg.
Das 1998 als NSG ausgewiesene 53 Hektar große Areal ist eines der wenigen Naturschutzgebiete in Weser-Ems, das von Menschen geschaffen und nach Nutzungsaufgabe der Natur überlassen wurde. Der aus reinem Sand bestehende Bahndamm ist Standort für an extreme Wasser- und Bodenverhältnisse angepasste wildwachsende Pflanzen- und Tierarten. Das Gebiet darf nur auf den gekennzeichneten Wegen betreten werden. Der Wanderweg ist erreichbar über die Bahnhofsallee/ Höhe Klingenbergstraße.
