EVERSTEN/OFENERDIEK - Die Agenda-Gruppe Kleingräben setzt auf Renaturierung. Sie arbeitet an zwei Testgräben.
Von Susanne Gloger
Der Lohn für die vierjährige ehrenamtliche Arbeit kam jetzt. Die Projekte der Gruppe „Kleingräben“ der Lokalen Agenda wurden in die Multiplikationsförderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) aufgenommen. Konkret heißt das: Die Gruppe bekam einen Förderpreis von 2000 Euro. „Das ist eine hochkarätige Anerkennung unserer Arbeit“, freut sich Gruppenmitglied Hans Paetzold.
Das Geld muss für Multiplikationsaufgaben ausgegeben werden. Gruppensprecher Heinz Tenfelde, der Material für Vorträge über die Pilotprojekte schon vielfach aus der Privatschatulle bezahlt hat, nennt den Verwendungszweck: „Wir brauchen ein Notebook und einen Beamer.“
Die Renaturierung von Oldenburger Straßenseitengräben hat sich die Agenda-Gruppe auf die Fahne geschrieben. Bei einer Bestandsaufnahme, die am Anfang ihrer Arbeit stand, stellten Heinz Tenfelde und seine Mitstreiter fest, dass es hier viel zu tun gibt. „Über Jahrzehnte sind diese Gräben von den zuständigen Stellen der Stadt vernachlässigt worden“, so Tenfelde. Viele Bürger hätten zur Selbsthilfe gegriffen und die Gräben nicht nur sauber gehalten, sondern sie auch befestigt – allerdings oft mit naturfernen Materialien oder mit Rohren von zu geringem Durchmesser. Die Folge: Das Wasser kann schlecht abfließen, bei starkem Regen gibt es Überschwemmungen.
Die Ehrenamtlichen erarbeiteten zwei Möglichkeiten, die Lage zu ändern: Rückbau eines befestigten Grabens in einen naturnahen Zustand oder Befestigung eines Grabens mit dem von der Gruppe entwickelten „Oldenburger Grabenstein“.
Wie berichtet, durften die Ideen (mit Erlaubnis der Stadt) in die Tat umgesetzt werden. Einen Testgraben gibt es seither am Heideweg in Ofenerdiek. Mit Unterstützung des Siedlerbundes, des Ofenerdieker Bürgervereins sowie der Anlieger entfernten die Gruppenmitglieder Asbest-Wellplatten, mit denen der Graben befestigt war und versetzten ihn in einen naturnahen Zustand. Der andere Testgraben befindet sich an der Hardenbergstraße in Eversten. Hier wurden eine Spundwand aus Holz, Gehwegplatten und Baustahlstäbe herausgeholt und der Oldenburger Grabenstein eingebaut.
Der Biologe Professor Dr. Rainer Buchwald begleitet die Projekte wissenschaftlich. Er erteilte beiden Gräben gute Noten. Bei seinen Untersuchungen stellte er fest, dass sich die Pflanzenwelt prächtig entwickelte. Die Renaturierung der Straßengräben soll nun weitergehen. Dazu möchte die Agenda-Gruppe weitere Bürgervereine und Bürger mit ins Boot holen. Dafür muss die Werbetrommel gerührt werden – da kommt der Förderpreis gerade recht.
„Wir tun das nicht für uns, sondern zum Ruhm und Lobpreis der Stadt“, betont Heinz Paetzold. Geschätzt wird die Arbeit der Agenda-Gruppe auch vom Bürgerverein Eversten. Der schlägt sie für den diesjährigen Umweltpreis der Stadt vor.
