EVERSTEN - „Es stinkt nach Schwefel, die schiere Fäulnis“ – mit drastischen Worten beschreibt Norbert Gerdes den Zustand des Niklas-Teichs an der Bodenburgallee. Der Gewässerwart des Sportfischervereins Oldenburg blickt mit Sorge auf den Zustand der Seen in Eversten, die zunehmend verschlammen.
Denn nicht nur der Niklas-Teich, auch das ehemalige Bett der Hausbäke entlang des Fuß-/Radweges neben dem Bodenburgteich, der Gartentorteich (vor 30 Jahren ausgebaggerte Regenrückhaltespeicher), aber auch die Tonkuhle am Hausbäker Weg haben im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte viel von ihrer biologischen Vitalität verloren.
Dafür gibt es laut Gerdes zwei Ursachen: Zum einen ist durch das Ausbaggern der Teiche die Fließgeschwindigkeit der Hausbäke stark reduziert worden, wodurch sich die Sedimente stärker im Bett der Bäke absetzen. Zum anderen bereitet das im Herbst ins Wasser fallende Laub den Anglern Kummer. Gerdes: „Birken- und Weidenblätter gelten im Gegensatz zu Erlen als schwer abbaubare Biomasse, die dem Wasser bei den Zersetzungsprozessen Sauerstoff entzieht und später wie ein Superdünger wirkt, der das Algenwachstum fördert.“ Ein Teufelkreis, der schwer zu durchbrechen sei.
„Die Gewässerunterhaltung des Fachdienstes Naturschutz und technischer Umweltschutz ist auf solche Hinweise angewiesen“, schreibt Stadtsprecherin Annika Milz in der Antwort einer Anfrage. Die Bürger können Verschmutzungen von Gewässern oder dort illegal entsorgten Müll dem Service-Center (Tel. 235-4444) melden.
In der Tonkuhle hatten laut Milz Anwohner unerlaubt Gartenabfälle entsorgt. Die haben die Mitarbeiter der Gewässerunterhaltung entfernt. Die vereinzelt im Bodenburgteich und der Tonkuhle liegenden Baumstämme seien dort gewollt. Eine gewisse Menge Totholz in Gewässern, z.B. ein Baumstamm mit Ästen, sei von ökologischem Standpunkt aus sinnvoll. Milz: „Es dient als Strukturelement und bietet kleinen Fischen Unterschlupf. Außerdem wird es von Enten und anderen Wasservögeln genutzt.“ Größere Mengen Totholz müssten jedoch entfernt werden.
Für Gerdes keine befriedigende Antwort. Das Problem müsse grundsätzlich angepackt, beispielsweise Laubbäume gefällt werden. Das Ganze sei allerdings wohl kaum zu finanzieren: Allein die Umleitung der Hausbäke am Blesshuhnteich habe 130 000 Euro gekostet.
