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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EWE-Aufsichtsratschef tritt vorzeitig ab

21.01.2017

Oldenburg Paukenschlag im EWE-Aufsichtsrat: Stephan-Andreas Kaulvers, Vorsitzender des Kontrollgremiums, zieht sich auf Wunsch der kommunalen EWE-Anteilseigner mit der Hauptversammlung am 9. Mai zurück und legt sein Mandat damit vorzeitig nieder.

Wie Heiner Schönecke, Geschäftsführer des EWE-Verbandes, am Freitag erklärte, habe Kaulvers, langjähriger Vorstandschef der Bremer Landesbank (BLB), seinen Rücktritt nach Gesprächen mit den kommunalen EWE-Anteilseignern angeboten. Die Amtszeit des 60-jährigen Kaulvers, der seit 2012 den EWE-Aufsichtsrat führt, wäre eigentlich noch bis Mai 2018 gegangen. Im EWE-Verband, dem 17 Kreise und vier Städte zwischen Ems, Weser und Elbe angehören, bündeln die kommunalen Anteilseigner an dem Oldenburger Energiekonzern ihre Interessen.

Schönecke, der als Vertreter des Landkreises Harburg in den EWE-Verbandsgremien sitzt, begründete den Wunsch der Kommunen nach einem Wechsel an der Aufsichtsratsspitze mit der stärkeren Rolle der kommunalen Anteilseigner nach dem schrittweisen Rückzug des Minderheitsaktionärs EnBW. Man wolle der „besonderen Verantwortung“ als kommunaler Anteilseigner für die Bedeutung des Unternehmens und deren Mitarbeiter gerecht werden, sagte er.

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW war 2009 mit einem Anteil von 26 Prozent bei EWE eingestiegen. 2015 einigten sich beide Seiten auf ein Tauschgeschäft. EnBW übernimmt von EWE deren Anteil am Leipziger Ferngasunternehmen VNG. Im Gegenzug geben die Karlsruher ihren Anteil an EWE schrittweise zurück. Jeweils zehn Prozent haben der EWE-Verband und die EWE AG dabei bereits übernommen. Die verbliebenen sechs Prozent (Gesamtwert: 340 Millionen Euro) sollen im Sommer 2019 an den EWE-Verband gehen. Nach Angaben von Schönecke wird sich auch EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux im Mai vorzeitig aus dem EWE-Aufsichtsrat zurückziehen.

Schönecke dankte Kaulvers für die „erfolgreiche Zusammenarbeit“. Er habe die von Umstrukturierungen geprägte Entwicklung der EWE stets „sehr fachkundig begleitet und mitgestaltet“, erklärte er. Schönecke und sein Stellvertreter Bernhard Bramlage (Kreis Leer) betonten, dass der Rückzug von Kaulvers aus dem EWE-Aufsichtsrat nichts mit seinem Abgang bei der in Schieflage geratenen BLB zu tun habe. „Die Frage Bremer Landesbank hat keine Rolle gespielt“, sagte Bramlage.

Wer die Nachfolge von Kaulvers im 20-köpfigen EWE-Aufsichtsrat (je zehn Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer) antritt, ließ Schönecke offen. Das werde auf der konstituierenden Sitzung am 9. Mai entschieden. Er erklärte, dass die Kommunen auch künftig zwei externe Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden wollen.

Für Aufsehen sorgte der EWE-Verband auch mit einer zweiten Ansage. Bislang war die Marschroute der kommunalen Anteilseigner, dass man den 26-Prozent-Anteil nicht dauerhaft halten wolle, sondern einen oder mehrere strategische Partner suche, die den Anteil übernehmen. Nun sagte Schönecke, dass es neben dieser Option auch möglich sei, dass einzelne Kommunen selbst zusätzliche Anteile erwerben könnten.

In einem „Strategieausschuss“, dem neben Bramlage und Schönecke auch die vier größten Anteilseigner (Stadt Oldenburg, Kreise Friesland, Wesermarsch und Cloppenburg) sowie der Kreis Harburg als größter Eigner aus dem Elbe-Weser-Raum angehören, sollen nun die möglichen Optionen beraten werden. „Wir diskutieren verschiedene Modelle. Es gibt keine Vorfestlegung“, sagte Bramlage.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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