Oldenburg - Als erster großer Energieversorger Deutschlands steigt der Oldenburger EWE-Konzern in den Bau von Bürger-Windparks ein. Vom kommenden Jahr an werde das Unternehmen gezielt auf die Bürger im Nordwesten zugehen und ihnen die Beteiligung an Windkraftanlagen anbieten, sagte EWE-Chef Werner Brinker im NWZ-Interview . „Wir wollen jährlich rund 40 Millionen Euro in solche Onshore-Windanlagen investieren“, ergänzte Brinker.
Der fünftgrößte Energieversorger Deutschlands reagiert damit auf den wachsenden Erfolg kommunaler Bürgerwindparks und anderer kleiner Ökostromerzeuger. Die zum Teil in Genossenschaften organisierten Wettbewerber nehmen den einstigen Monopolisten im Energiesektor zunehmend Marktanteile ab. Zudem sind regionale Stromangebote bei den Kunden gefragt: Es gebe „klare Präferenzen von Haushalten für grünen Strom aus regionaler Produktion“, so eine Studie der Universität Kassel.
EWE plant, die Windparks zu bauen und Anteile daran über Banken und Sparkassen an Stromkunden, Grundstückseigentümer und Kommunen zu verkaufen. Nach NWZ -Informationen könnte es eine garantierte Dividende von bis zu 4,5 Prozent geben – was angesichts der aktuellen Niedrigzinsen sehr attraktiv wäre. Der Konzern fungiert anschließend als Betreiber der Anlagen. EWE wolle mit dem Angebot zum „Trendsetter der Energieversorger in Deutschland“ aufsteigen, so Brinker.
Als weiteres Geschäftsfeld setzt das Unternehmen auf das Strommanagement. Mit Hilfe intelligenter Netze könnten EWE-Kunden künftig „30 Prozent der Stromkosten einsparen“, verspricht der Konzernchef.
