Oldenburg - Die EWE nutzt die sehr günstige Zins-Landschaft für eine neue Unternehmensanleihe: Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern meldete am Dienstag, man habe „erfolgreich eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von zwölf Jahren platziert“. Das Papier war demnach sehr gefragt. Das Angebot war binnen Stunden schon 3,6-fach überzeichnet.

Die börsennotierte Anleihe ist in 1000-Euro-Einheiten gestückelt. Das heißt: Auch kleine Anleger können einsteigen. Allerdings sind die Zinseinkünfte nicht allzu groß.

Wie stark dagegen die EWE aktuell vom Niedrigzins an den Kapitalmärkten profitiert, zeigt sich bei diesem Vergleich: Der Zinscoupon der neuen Anleihe beträgt 0,375 Prozent, was Finanzvorstand Wolfgang Mücher denn auch als „hervorragend“ bezeichnet. Bei der Vorgänger-Anleihe mit gleichem Volumen von 2011, die am 4. November ausläuft, waren es noch 4,125 Prozent. Zweistellige Millionenbeträge werden in der EWE-Finanzbuchhaltung nun also Jahr für Jahr gespart.

Die Mittel aus der Anleihe sollen laut EWE zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung genutzt werden, außerdem zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten.

Finanz-Chef Mücher meint, der Zinssatz und die sehr hohe Nachfrage machten deutlich, dass die Investoren von der EWE-Strategie rund um Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur und Energieerzeugung überzeugt seien. Hauptpartner bei der Auflegung der Anleihe sind die Institute BNP Paribas, Commerzbank und Unicredit.


Die EWE hat auch noch eine weitere, ältere Anleihe im Markt. Auch sie wird an der Börse gehandelt.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)