Oldenburg - Die EWE-Stiftung zählt mit einem Kapitalstock von 30 Millionen Euro zu den größten Stiftungen im Nordwesten. Als Vorstandsvorsitzender der EWE AG steht Matthias Brückmann zugleich an der Spitze des Stiftungsvorstandes. Die Geschäftsstelle der Stiftung – untergebracht im Jaspers-Haus an der Straße Unter den Eichen – leitet Dr. Stephanie Abke als Stiftungsmanagerin.
Da in der Nordwest-Region der Kreis jener, die Veranstaltungen, Vereine und Projekte fördern, begrenzt ist, zählt die EWE-Stiftung zu den wenigen, die vieles fördern und noch häufiger um finanzielle Unterstützung gebeten werden. Wie Brückmann erläutert, müsse man unterscheiden, ob es sich um eine Spende handele oder um Sponsoring. Bei letzterem könne und müsse man eine Gegenleistung erwarten, die zu den Unternehmenszielen und zur Marke der EWE als modernem Dienstleiter passe. „Wir haben unser zehn Jahre altes Konzept auf den Prüfstand gestellt und müssen heute mit spitzerem Bleistift rechnen als damals.“
Man wolle nicht nur Elite-Veranstaltungen fördern, sondern sehe sich auch in der gesellschaftlichen Verantwortung für das große Ganze, erklärt Unternehmenssprecher Christian Blömer. „Da müssen wir breit aufgestellt sein.“ Und Stephanie Abke ergänzt, dass gerade auch in kleinen Vereinen viel ehrenamtliches Engagement dieses Geld in der Wirkung vervielfältige.
Von jeher hat die EWE die Musikveranstaltung der „Oldenburger Promenade“ unterstützt. Das tut sie auch 2016. Für 2017 hingegen gibt es keine Zusage. Der Helene-Lange-Preis, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in der Wissenschaft belohnt wurden, wird schon 2016 nicht mehr ausgeschrieben. Die Zahl der Bewerbungen habe nachgelassen, heißt es dazu.
Den Klaus-von-Klitzing-Preis und die Schloss-Gespräche sollen fortgeführt werden. Auch die EWE-Baskets bekommen weiter ihr Geld, und auch die Fußballer von Werder Bremen haben eine Zusage bis 2018. Da das Unternehmen sich verändere, müsse man hier für neue Formate – auch in der Fläche – offen sein. „Wir müssen uns da immer wieder fragen, was passt zu uns?“ erklärt Matthias Brückmann die Maxime des Unternehmens.
Bereits 2013 hat der EWE-Aufsichtsrat festgelegt, dass alle Spenden über die EWE-Stiftung laufen. Und die darf sich in Zeiten der Niedrigzinsen über eine außerplanmäßige Spende in Höhe von 450 000 Euro freuen.
Das Geld kommt aus dem Topf des Vorstandsvorsitzenden für Spenden. Matthias Brückmann hat diese Position, die seinen Aussagen zufolge unter seinem Vorgänger mit 500 000 Euro ausgestattet war, für sich seit dem 1. Januar 2016 auf 50 000 Euro gekürzt.
„Ich stehe für einen Kulturwechsel“, erklärt er diese Entscheidung. „Spenden dürfen einfach nicht nach dem Gutdünken von Einzelpersonen vergeben werden, sondern jeder Cent muss der Satzung entsprechen.“
Daher habe man klare, prozessuale Strukturen entwickelt, nach denen entschieden werde. Die Schwerpunkte der Stiftung sind Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung sowie Kunst und Kultur.
