Bonn - Der 1997 wegen Milliardenbetrugs verurteilte Ex-Baulöwe Jürgen Schneider soll erneut vor Gericht. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den 79-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen angeklagt.

Es handelt sich um Vorgänge aus 2008 und 2009 mit einem Gesamtschaden von 108 000 Euro, sagte Behördensprecher Fred Apostel.

Laut Anklage soll Schneider sich mit Vertretern von Firmen oder Fondsgesellschaften im ehemaligen Gästehaus des Bundes auf dem Petersberg getroffen haben, angeblich um in Investmentgeschäfte einzusteigen. Dabei soll er vorgegeben haben, mehrere Millionen Euro investieren zu wollen. Tatsächlich aber sei er, so die Staatsanwaltschaft, weder bereit noch in der Lage gewesen.

Stattdessen habe Schneider von den Firmen vorab Sicherheiten gefordert, als Bearbeitungsgebühr oder als Zeichen, dass man an das Projekt glaube. In drei Fällen wurde gezahlt, unter anderem zahlte eine Spielbank vorab 67 000 Euro. Schneider behielt das Geld, ohne versprochene Investitionen zu tätigen.

Bei seiner Milliardenpleite in den 1990er Jahren hatte Schneider auch große Banken mit Immobilienprojekten hereingelegt. Von der Strafe – sechs Jahre, 9 Monate – musste er zwei Drittel absitzen.