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Kkom Ex-Chefarzt fordert Konventionalstrafe von Klinik

Cloppenburg - Der ehemalige Chefarzt des St.-Josefs-Hospitals, Dr. Lucien Olivier, verlangt von seinem seinerzeitigen Arbeitgeber Schadensersatz und Konventionalzahlungen. Diese NWZ -Informationen bestätigte der Chirurg, der sich inzwischen mit den „Unabhängigen Portalkliniken“ selbstständig gemacht hat, am Dienstag.

Die Geschäftsführung der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland, zu denen das Cloppenburger Hospital gehört, haben nach Ansicht Dr. Oliviers gegen Verträge verstoßen, die die Auflösung des Dienstverhältnisses betreffen. Darin soll Verschwiegenheit über die Höhe der Abfindungen vereinbart worden sein. „Hochgradig illegal“, schimpft Olivier. Wegen seiner Abfindungszahlung – er hatte 1,75 Millionen Euro kassiert – sieht sich Dr. Olivier derzeit zu Unrecht an den Pranger gestellt. Schließlich sei die über langfristige Darlehen finanziert und habe nichts mit dem aktuellen Defizit zu tun.

Zulassung entzogen

Auch aus medizinischer Sicht musste die Cloppenburger Klinik in jüngster Vergangenheit einen herben Verlust einstecken: Die Berufsgenossenschaft hat dem Krankenhaus nach NWZ -Informationen die Zulassung für die Behandlung von zehn Verletzungsarten entzogen. Das bestätigte die KKOM auf NWZ -Nachfrage. Grund dafür sei nicht die medizinische Qualität, sondern die bauliche Infrastruktur im Haus, so die KKOM. Betroffen seien rund 150 Fälle im Jahr. Die könnten aber im St. Marienhospital in Vechta versorgt werden, der wirtschaftliche Schaden sei nicht sehr hoch. Nach NWZ -Informationen soll es allerdings sogar Aussichten gegeben haben, den Bereich auszubauen. Die KKOM hofft, die Zulassung zurück zu erlangen.

Aus Sicht von Dr. Olivier haben die Häuser in Emstek und Löningen keine Zukunft. Er sieht in der Insolvenz des Verbundes eine Chance für einen reinigenden Neuanfang – und zwar ohne Beteiligung der Kirche. „Die Kirche hat bewiesen, dass sie es nicht kann.“ Perspektive lägen darin, die Hospitäler in Cloppenburg und Vechta in Kreiskrankenhäuser umzuwandeln oder sich einem privaten Verbund anzuschließen.

Derweil hat das Kuratorium des St.-Josefs-Stifts als Träger des St.-Josefs-Hospitals auf seiner Sitzung am Montagabend beschlossen, Grundstücke im Wert von rund 4,5 Millionen Euro zu verkaufen. Insgesamt sollen über den Verkauf von nicht-betriebsnotwendigem Vermögen sieben Millionen Euro in die klammen KKOM-Kassen gespült werden.


Schrader bekennt sich

Derweil hat sich der ärztliche Direktor des St.-Josefs-Hospitals, Professor Dr. Joachim Schrader, am Montagabend beim „Hoeneß-Talk“ in der Cloppenburger Stadthalle (siehe Bericht unten) klar zu seinem Arbeitgeber bekannt. „Ich bleibe ganz sicher. Es gibt eine Perspektive hier.“

Der bundesweit angesehene Nephrologiespezialist war vor 18 Jahren mit seinem Ärzte- und Forschungsteam aus Göttingen nach Cloppenburg gekommen und hatte am St.-Josefs-Hospital das auch überregional bedeutsame Zentrum für Bluthochdruck gegründet. „Das ist meine Klinik. Die habe ich aufgebaut. Die lasse ich mir von keinem wegnehmen.“

Zu den Schuldigen an der Misere wollte sich Schrader nicht öffentlich äußern – jedoch habe er bei der Infoveranstaltung der Geschäftsführung für die Chefärzte am vergangenen Donnerstag in Stapelfeld „deutlich seine Meinung gesagt“.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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