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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Existenzgründerin kriegt’s gebacken

28.02.2015

Hundsmühlen In der Backstube duftet es nach Teig und frischen Zutaten. Früchte, Marzipan, Sahne und Schoko-Glasur werden von Sabine Dilz (44) sorgfältig zu süßen Spezialitäten verarbeitet. Seit 2006 bereitet die Konditor-Meisterin unter anderem Blechkuchen, Spezialtorten, Mandelhörnchen, Nussecken und Rumkugeln in den Räumlichkeiten an der Hunoldstraße 88 in Hundsmühlen (Landkreis Oldenburg) zu. Ihr Geheimnis: „Nur frische Zutaten und keine Zusatzstoffe. Für die Kunden soll jedes Stück ein Geschmackserlebnis sein.“ Und das Konzept scheint aufzugehen.

Den Nerv getroffen

Seit fast neun Jahren ist die Hundsmühlerin mit ihrer Geschäftsidee erfolgreich – und betreibt damit eine von wenigen Ich-AGs in der Region, die bis heute überlebt haben.

Finanzspritzefür Gründer

Die Ich-AG war eine Entwicklung der Hartz-Kommission und sollte es Arbeitslosen ermöglichen, ein eigenes Einzelunternehmen aufzubauen. Das Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz II) trat am 1. Januar 2003 in Kraft und setzte das Konzept der Ich-AG in die Praxis um, indem es einen Existenzgründungszuschuss schuf. Zum 30. Juni 2006 lief die Regelung zur Ich-AG aus.

Um Gründer zu unterstützen, wurden von 2003 bis zum 30. Juni 2006 Fördermittel ausgezahlt. Im ersten Jahr waren das 600 Euro im Monat, im zweiten 360 Euro und im dritten 240 Euro. Auf drei Jahre verteilt waren das 14 400 Euro pro Antrag. Im Landkreis Oldenburg wurden in besagtem Zeitraum 701 Vorhaben bezuschusst, in der Stadt Oldenburg 1055, teilte die Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, Claudia Zimmermann, auf Nachfrage mit.

Angefangen hatte Sabine Dilz in einer zur Backstube umgebauten Garage. „Die war gerade mal 50 oder 60 Quadratmeter groß, normal sind mindestens 150“, sagt sie. An den Eröffnungstag im März 2006 kann sie sich noch genau erinnern. „Die Leute haben Schlange gestanden.“ Fast rund um die Uhr habe sie gebacken, um der Nachfrage gerecht zu werden – „damals noch an drei normalen Küchenherden“, sagt sie. Mit dem Andrang habe sie nicht gerechnet.

Inzwischen werden die Produkte in einer großen Backstube mit Ofen, Sahnebläser und Kitcheneck in Hundsmühlen zubereitet. Gebacken wird vier Mal die Woche und auf Anfrage. Dilz legt nach wie vor viel Wert „auf Handarbeit und Transparenz“. Da die Backstube direkt hinter dem Verkaufstresen liegt, „können mir die Kunden beim Arbeiten zuschauen“, erklärt sie.

Traum erfüllt

Fast 70 Rezepte stehen Kunden aktuell zur Auswahl, „angefangen habe ich mit zehn aber ich probiere immer wieder neue Mischungen aus“, sagt sie. Auch Sonderanfertigungen – etwa Hochzeitstorten oder für andere Anlässe – sind möglich.

Eine weitere Filiale hat die Hundsmühlerin Am Schmeel 107 in Oldenburg-Krusenbusch eröffnet und beliefert regelmäßig Cafés in der Region. Um auch auf Märkten ihre Produkte anbieten zu können, hat sich Dilz einen Verkaufswagen mit Kühltheke gekauft. „Ab März ist er im Einsatz“, sagt sie. Zwei Verkäuferinnen unterstützen sie mittlerweile bei der Arbeit.

Mit der Ich-AG hat sich die Hundsmühlerin einen Lebenstraum erfüllt. „Das ist mein absoluter Traumjob. Ich stehe gern früh auf und bin nachmittags bei den Kunden im Laden. Außerdem habe ich Zeit für meine beiden Kinder“, sagt sie.

Ohne die Hilfe der Agentur für Arbeit, die sie ausführlich über Fördermöglichkeiten und die Ich–AG beraten hatte, „wäre es für mich viel schwieriger gewesen, Fuß zu fassen“.

Auch die Baugenehmigungen seien schnell bei ihr eingetroffen. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat Dilz jedenfalls nicht bereut. „Ich würde es immer wieder so machen“, sagt sie. Ihr nächstes Ziel: Weitere Filialen zu eröffnen.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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Agentur für Arbeit | Lebenstraum

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