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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Frühjahrsaufschwung drückt Arbeitslosigkeit im April

27.04.2019

Nürnberg (dpa) - Der Frühjahrsaufschwung hat die Arbeitslosenzahlen im April nach Einschätzung von Experten sinken lassen.

Im vergangenen Monat seien rund 2,231 Millionen Menschen ohne Job gewesen, schätzten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies wären rund 70.000 weniger als im März und etwa 153.000 weniger als vor einem Jahr.

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit stellen vor allem Bauunternehmen wieder verstärkt Mitarbeiter ein. Auch in Gärtnereien, dem Landschaftsbau und der Gastronomie entstehen zum Frühjahrsanfang neue Jobs. Die offiziellen April-Arbeitslosenzahlen veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag (30. April) in Nürnberg.

Doch auch wenn man die saisonalen Einflüsse ausblendet, dürfte die Zahl der Arbeitslosen gesunken sein. Die Ökonomen rechnen für den April mit einem saisonbereinigten Rückgang zwischen 5000 und 12.000 im Vergleich zum Vormonat. "Der Arbeitsmarkt bleibt ein Lichtblick inmitten der eingetrübten Konjunkturaussichten", erklärte der Arbeitsmarktexperte der KfW-Bankengruppe, Martin Müller. Die Beschäftigung steige im Frühjahr weiter, wenn auch moderater. Dies werde im Jahresverlauf voraussichtlich so bleiben.

Auch Allianz-Ökonomin Katharina Utermöhl ist sich sicher: Der konjunkturelle Rückenwind habe zwar nachgelassen, doch davon lasse sich der Arbeitsmarkt nicht aus der Spur bringen. "Der Arbeitsmarkt bleibt auf Rekordkurs", sagte die Expertin. Bis Ende 2020 dürfte ihrer Einschätzung zufolge die Arbeitslosigkeit unter die Zwei-Millionen-Marke fallen.

Ein wichtiger Motor für die deutsche Wirtschaft bleibe die Binnenkonjunktur, so Deutsche-Bank-Ökonom Marc Schattenberg. Dafür spreche eine sehr gute Einkommensentwicklung, die den Konsum weiter ankurbeln dürfte. Die Nachfrage aus China wird nach Einschätzung der Experten auch wieder anziehen. Für die zweite Jahreshälfte rechnen die Ökonomen mit einer leichten Verbesserung der Konjunktur.

In den einzelnen Sektoren gebe es aber aktuell große Unterschiede, so Sebastian Link vom Ifo-Institut. "Wir sehen ein zweigeteiltes Bild", so der Volkswirt. Während die Baubranche boome und es auch im Dienstleistungssektor sehr gut laufe, schwächele die Automobilindustrie und damit auch das verarbeitende Gewerbe.

Bei internationalen Unsicherheiten wie dem Brexit und den von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten sehen die Fachleute in nächster Zeit keine neue Eskalationsstufe. Man müsse die Entwicklungen aber im Auge behalten, sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein, gerade angesichts der im kommenden Jahr bevorstehenden Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten.

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