Varel - Reisende, die in Varel in den Zug nach Wilhelmshaven steigen oder die in Varel ankommen, müssen erst einmal den Übergang zum Gleis überwinden. Überwinden ist auch in ästhetischer Hinsicht das richtige Wort, denn der Übergang ist verschmutzt – und es riecht auch streng.
Vor einem Jahr kündigte der damalige Oppositionsabgeordnete und heutige Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) eine Einigung mit der Bahn wegen eines barrierefreien Übergangs zum Gleis 3 an. Lies hatte damals eine Unterschriftenkampagne gestartet (die NWZ berichtete am 8. Februar 2013: „Gleisübergang kostet zwei Millionen Euro“). Dort sollen Fahrstühle errichtet werden. Wie weit ist das Vorhaben, in Varel auf dem Bahnhof einen Fahrstuhl einzubauen, der gehbehinderten Fahrgästen einen barrierefreien Zugang zu Gleis 3 ermöglicht?, fragte die NWZ bei der Deutschen Bahn nach. „Die lichte Höhe der vorhandenen Bahnsteigbrücke ist für die geplante Elektrifizierung zu gering. Voraussetzung für den Bau von Aufzügen ist deshalb zunächst die Vergrößerung der lichten Durchfahrtshöhe der Brücke. Da das Bauwerk unter Denkmalschutz steht, werden derzeit in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde verschiedene Lösungen untersucht, die Vergrößerung der lichten Höhe des Bauwerks bei weitest gehendem Erhalt der 100 Jahre alten Bausubstanz erreichen. Hierfür werden derzeit baustofflichen Untersuchungen an der Brücke durchgeführt. Die weiteren Planungen können erst nach Abschluss der Untersuchungen konkretisiert werden.“, antwortete Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf Nachfrage.
Verkehrsminister Lies hat unterdessen Gespräche mit Bahnchef Rainer Grube angekündigt. Dann soll auch das leidige Thema Barrierefreiheit auf dem Bahnhof Varel angesprochen werden.
