Berlin - Die führenden Wirtschaftsforscher sehen Deutschland auf Erholungskurs. Für 2014 sagen die Institute in ihrem Frühjahrsgutachten einen kräftigen Aufschwung voraus. Dazu würden gut aufgestellte Firmen, niedrige Zinsen, sichere Jobs, steigende Löhne und spendierfreudige Bürger beitragen.

Größtes Risiko bleibe ein Aufflammen der Euro-Staatsschuldenkrise. Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle rügte die „teilweise chaotischen Prozesse“ bei der grundsätzlich richtigen Beteiligung der Gläubiger am Zypern-Rettungspaket. Die von der Koalition gefeierten Erfolge beim Schuldenabbau seien durchwachsen, wie die Institute in ihrem Gutachten hervorheben, das sie am Donnerstag vorstellten. Einen Mindestlohn lehnen sie ab.

Die Regierungsberater erwarten, dass die Konjunktur im Jahresverlauf anzieht. Allerdings korrigierten sie ihre Prognose für 2013 leicht nach unten. Gingen sie im Herbst noch von einem Plus von 1,0 Prozent für 2013 aus, rechnen sie nun mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,8 Prozent. 2014 könnte die Wirtschaft um 1,9 Prozent oder mehr wachsen. 2012 hatte das BIP nach einem Einbruch im vierten Quartal nur um 0,7 Prozent zugelegt.

Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich weiter entspannen. Im Jahresdurchschnitt kalkulieren die Institute 2013 mit 2,9 Millionen Arbeitslosen, im kommenden Jahr mit 2,7 Millionen. Die Arbeitslosenquote soll von 6,7 Prozent auf 6,4 Prozent sinken,

In Europa bleibt Deutschland aber Musterschüler. Die Ratingagentur Moody’s lobte die Fortschritte bei der Haushaltssanierung. Die Topnote bei der Kreditwürdigkeit „Aaa“ bleibt zwar mit negativem Ausblick und einer möglichen Abstufung versehen. Deutschland punkte aber mit einer breiten Wirtschaftsbasis und steigender Produktivität.