Oldenburg - Die Aktienrallye in Deutschland geht weiter – das jedenfalls glauben die Kapitalmarktexperten nordwestdeutscher Kreditinstitute. Sie erwarten für 2014 ein weiteres Plus bis zu 13 Prozent beim Deutschen Aktienindex DAX. Außerdem gehen sie davon aus, dass die Zinsen bei den längeren Laufzeiten ihren leichten Aufwärtstrend von 2013 fortsetzen. Kürzer angelegtes Geld soll hingegen weiterhin kaum Zinsen bringen. Aktien: Alle Experten erwarten eine deutliche Konjunkturbeschleunigung in Deutschland, getragen sowohl vom Export als auch von der Binnennachfrage. „Dementsprechend rechne ich mit einer Reihe positiver Impulse für den Aktienmarkt“, macht Harald Lesch von der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken Weser Ems den Aktionären Hoffnung – und sieht den DAX Ende 2014 bei 10 100 Punkten. Noch optimistischer sind Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank (BLB) und Christian Siebecke, Aktienanalyst bei der Oldenburgischen Landesbank AG (OLB). Sie nennen DAX-Stände von 10 400 und 10 700 Punkten. Hellmeyer untermauert dies noch mit einer „abnehmenden Krise der Eurozone“, Siebecke mit den Niedrigzinsen und der günstigen Bewertung der DAX-Unternehmen. Sven Litke, Leiter des Bereichs Vermögensmanagement bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), sieht das Aktienkurspotenzial mit 9800 Punkten eher begrenzt. Die Weltwirtschaft schleppe sich dahin, und in Deutschland seien die Investitionen noch nicht richtig angesprungen. Euro: Hier sehen alle den Anstieg der europäischen Währung quasi für beendet an. Nur Folker Hellmeyer sieht noch ein ganz geringes Potenzial. Die drei anderen erwarten eine mehr oder minder ausgeprägte Stärkung der amerikanischen Währung gegenüber dem Euro. Sie begründen dies vor allem damit, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel straffer anzieht als die Europäische Zentralbank (EZB). Christian Siebecke sieht außerdem noch die gute US-Konjunktur, eine Einigung im US-Haushaltsstreit und ein sinkendes US-Haushaltsdefizit als Stärkungsfaktoren für den Dollar.  Zinsen: Bei den Zinsen sind sich alle einig: Der leichte Anstieg bei den längeren Laufzeiten wird sich 2014 moderat fortsetzen. Am vorsichtigsten ist Harald Lesch: „Die EZB wird wachsam sein und das gesamte Feld ihrer Möglichkeiten ausloten, um Renditeanstiege zu verhindern.“ Sven Litke verweist auf die positive Verbraucherstimmung, die dem Konsum und damit der Konjunktur Impulse geben wird. Folker Hellmeyer sieht für 2014 insgesamt eine entspannte globale Wirtschaftslage, die es möglich macht, die in die Märkte gepumpte riesige Liquidität zu verringern, was zu einem Zinsanstieg „am langen Ende“ führen werde. Eine Leitzinserhöhung erwartet aber keiner.  Bilanz 2013: Die Prognose-Bilanz der heimischen Kapitalmarktexperten für 2013 fällt recht gut aus. Richtig lagen alle mit ihrer Erwartung, dass die Aktienrallye in Deutschland weitergehen wird. Den Anstieg von gut 25 Prozent wagte aber keiner zu prognostizieren. Mit 8625 Punkten kam die OLB dem DAX-Stand gegen Jahresende von 9500 Punkten noch am nächsten. Auch beim Euro-Kurs landete die OLB mit 1,38 Dollar nahezu einen Volltreffer. Bei beiden Werten war allerdings die BLB fast genauso dicht dran. Die leichte Zinswende nach oben im vergangenen Jahr haben fast alle gut getroffen. LzO, Genossenschaftsbanken und OLB trafen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe mit 1,8 bzw. 1,9 % fast punktgenau. Nur die BLB war mit 2,35 % zu optimistisch.