Wiesbaden - Deutschlands Exporteure bleiben auf Kurs. Vor allem dank der kräftig anziehenden Nachfrage aus Europa kletterten die deutschen Ausfuhren im Februar im Jahresvergleich um 4,6 Prozent auf 92,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.
„Der deutsche Außenhandel gewinnt abermals an Dynamik. Die Exporte steigen so schnell wie schon seit neun Monaten nicht mehr“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner.
Noch stärker stiegen die Einfuhren, die sich gegenüber Februar 2013 um 6,5 Prozent auf 76,1 Milliarden Euro erhöhten. „Der steigende Inlandskonsum und die anziehenden Investitionen der Unternehmen befeuern die Importe“, betonte Ökonom Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg.
Damit ging der Überschuss in der Handelsbilanz im Vorjahresvergleich um 0,5 Milliarden auf 16,3 Milliarden Euro zurück. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik gegeben, Deutschland verursache wegen schwacher Binnennachfrage mit seinem Überschuss wirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone.
Im Monatsvergleich mussten die Exporteure allerdings einen Dämpfer hinnehmen: Die Ausfuhren sanken gegenüber Januar 2014 um 1,3 Prozent, bei den Importen meldete das Bundesamt einen Zuwachs um 0,4 Prozent. Berenberg-Experte Schulz sieht die Exporteure dennoch auf Wachstumskurs: „Im Durchschnitt der ersten beiden Monate 2014 lagen die Ausfuhren um 1,1 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2013. Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt.“ Die Erholung der Industrieländer werde die Turbulenzen in den Schwellenländern mehr als auffangen.
Maßgeblich angetrieben wurde der deutsche Außenhandel im Februar durch Geschäfte mit Ländern in der EU – vor allem mit jenen, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Eurozone angehören (plus 12,4 Prozent gegenüber dem Februar 2013).
Der BGA hatte für 2014 insgesamt ein Exportplus von drei Prozent vorhergesagt.
