Wiesbaden - Deutschlands Exporteure trotzen der Abkühlung der Weltwirtschaft. Nach einem schwachen Jahresauftakt stiegen die Exporte im Februar unerwartet deutlich.

Die Unternehmen führten Waren im Wert von 99,5 Milliarden Euro aus, das waren 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat legten die Exporte um 1,3 Prozent zu.

Bankökonomen hatten mit deutlich weniger gerechnet. Vor allem in Ländern der Europäischen Union stieg die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“.

Die Unternehmen profitierten insbesondere vom Handel mit den europäischen Nachbarn, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. „Die Bilanz mit Ländern außerhalb Europas fällt hingegen mager aus“.

Zum Jahresbeginn hatten die erfolgsverwöhnten deutschen Exportunternehmen die Probleme der Weltwirtschaft zu spüren bekommen. Im Januar waren die Ausfuhren sowohl zum Vorjahresmonat als auch zum Dezember 2015 gesunken. Vor allem der wichtige chinesische Markt schwächelt.


Ökonomen der BayernLB erwarten zwar weiterhin keine großen Wachstumsimpulse vom Außenhandel für die deutsche Wirtschaft. „Allerdings bleibt auch ein befürchteter größerer Bremseffekt bislang aus“.

Sorgen bereitet der Branche ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Dieser hätte Folgen für die restlichen EU-Länder, sagte Börner.