Bremen - Ob in Natursteinoptik, als Holzfliese, in knallrot, in edlen Beige- Ocker- und Brauntönen, ganz abstrakt oder mit floralen Ornamenten – die Auswahl an Fliesen auf der hellen 2500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche des Fliesenhandelsunternehmens Schreiber im Gewerbegebiet Horn-Lehe in Bremen ist facettenreich und wirkt schier unendlich.
Fliesen für Disney-Schiffe
„Wir sind mit circa 50 000 Produkten sehr breit aufgestellt“, so Christian Schreiber. Dabei ist das Bremer Familienunternehmen besonders bei außergewöhnlichen Projekten gefragt. „Wir sind nicht für die Masse da, sondern bei den Kunden beliebt, wo es kniffeliger wird“, so Schreiber.
Dazu gehöre auch der Schiffsbau. Die größten Kreuzfahrtschiffe, die bislang in den Auftragsbüchern des Fliesenhandels standen, waren die „Disney Dream“ und „Disney Wonder“ der amerikanischen Reederei Disney Cruise Line. Sie wurden in der Papenburger Meyer Werft gebaut. Rund 100 000 Quadratmeter Fliesen, 100 gefüllte Seecontainer, wurden dabei in den Bädern verbaut – zum Vergleich, ein herkömmliches Badezimmer messe zwischen zehn und 15 Quadratmeter, so Schreiber. Insgesamt dauerte die Vorplanung, von der Entstehung der Aufgabe, bis zur endgültigen Bemusterung bis zu zweieinhalb Jahre.
Die Bäder der Disney-Kreuzfahrtschiffe waren zudem für Familien mit Kindern vorgesehen und sollten dementsprechend farbintensiv ausgestaltet werden, was sich auch in der Auswahl der Fliesen widerspiegelte. „Es geht aber nicht nur um Ästhetik, es geht auch um Funktionalität und um den Preis“, sagt Schreiber. So sei die Rutschhemmung sehr wichtig, vor allem im Duschbereich.
1947 gegründet
Was zunächst am 2. September 1947 mit einem Fliesenlegerbetrieb von Georg Schreiber begann, habe sich inzwischen zu einem Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern entwickelt, berichtet Geschäftsführer Christian Schreiber, der zusammen mit Bruder Hans-Jürgen und Vater Jürgen Schreiber die Unternehmensgruppe leitet.
„Wir erfüllen auch ungewöhnliche Kundenwünsche wie karierte Maiglöckchen in rosa. Die suchen wir dann und finden wir auch“, sagt er. Der extravaganteste Kundenwunsch stammte bislang von einer Privatperson. Für seine Yacht suchte der Besitzer „mit Platin beschichtete Mosaike in gigantischen Mengen“, erinnert sich Schreiber.
Auch bis nach Japan werde die Ware geliefert, wo derzeit zwei Aida-Schiffe im Bau sind. „Wir machen Dinge, die nicht jeder kann“, sagt Schreiber. Das brauche nicht nur eine weltweite Vernetzung, sondern auch verlässliche Partner sowie versiertes Personal, erklärt er. Ihre Materialien beziehe das Unternehmen dabei weltweit, überwiegend jedoch aus Italien, Spanien, Portugal, Türkei, Tschechien und Polen.
Neben Fliesen vertreibt das Unternehmen auch Parkett, Kamine und führt das anfängliche Grundgeschäft, die Fliesenverlegung, weiter. Neben Privatkunden sind Hotelketten, Altenwohnheime, Kliniken oder Großschwimmbäder die Auftraggeber. So wurden Projekte im Freizeitbad Delfina Delmenhorst, oder beim Bremer Klinikum Mitte realisiert, in dem 800 Bäder mit Fliesen von der Schreiber Gruppe ausgestattet wurden.
