Ritterhude/Hannover - Die Staatsanwaltschaft Verden hat die Räume des Gewerbeaussichtsamtes in Cuxhaven durchsucht. Es geht um den Verdacht der Bestechlichkeit gegen einen Mitarbeiter, der mit der Aufsicht über die Chemie-Fabrik Organo Fluid betraut war, die am 9. September 2014 explodierte. Ein Mitarbeiter kam uns Leben, 40 Wohnhäuser wurden beim Brand teils schwer beschädigt. Die Firma wurde zerstört.
Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) unterstützte frühzeitig mit anderen Ministerien die staatsanwaltlichen Ermittlungen durch Übergabe aller infrage kommenden Akten. Ein Bericht der Landesregierung listete am 11. Mai 2015 eine ganze Reihe von Verstößen auf: Teile der Anlage seien ohne Genehmigung betrieben und giftiger Chemie-Müll verbrannt worden. Anwohner vermuteten, dass die Betreiber jahrelang größere Mengen Chemikalien verarbeitet und gelagert hatten, als inmitten der Wohnbebauung zulässig war. Eine erste Durchsuchung des Gewerbeaufsichtsamtes fand im letzten Jahr statt. Kurz nach der Katastrophe tauchten auch Gerüchte auf, dass sich das Unternehmen in der Vergangenheit sehr großzügig gezeigt habe mit Geschenken für Behörden. Auch der damalige Landrat in Osterholz, Jörg Mielke (SPD), heute Leiter der Staatskanzlei, geriet in den Fokus. Mielke wies jeden Verdacht weit von sich.
Umweltminister Wenzel will sich zum laufenden Verfahren nicht äußern.
