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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wie Arbeitgeber die Nachwuchsprobleme lösen können

26.07.2017
Frage: Herr Lehmann, zurzeit häufen sich wieder die Meldungen darüber, dass in den deutschen Unternehmen Hunderttausende Fachkräfte fehlen. Wie sieht es in den regionalen Betrieben aus?
Lehmann: Die Herausforderung kennen wir in der Region ja schon seit Jahren. Sie ist hier aber differenziert zu betrachten. Fachkräftemangel trifft Branchen und Unternehmen sehr unterschiedlich. Manche haben kaum Probleme, passende Fachkräfte und Auszubildende zu finden – andere schon. Besonders betroffen erscheinen mir zurzeit das Handwerk sowie der Bereich Hotel und Gaststätten.
Frage: Wer schneidet gut ab?
Lehmann: Generell haben Branchen und Unternehmen Vorteile, die für gute Arbeitsbedingungen stehen. Und dann natürlich Unternehmen, denen es gelungen ist, eine Arbeitgebermarke aufzubauen.
Frage: Haben große Unternehmen Vorteile?
Lehmann: Tendenziell ja. Aber auch kleinere und mittlere Betriebe haben oft einen hervorragenden Ruf wegen Eigenschaften, die Fach- und Führungskräften besonders gut gefallen. Das sind oft eine familiäre betriebliche Atmosphäre und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Belegschaft.
Frage: Was gehört noch zu einer guten Arbeitgebermarke?

Ausbildungspreis: So bewirbt man sich um PIA

Ab sofort läuft die Bewerbungsfrist für den Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ-Wirtschaftsredaktion. Bis 27. September können sich Unternehmen und Verbünde mit Unternehmen aus der Region bewerben.

Das ist schnell gemacht: Bitte ein Projekt konkret (nicht das gesamte breite Angebot) auf maximal einer Seite beschreiben, ein Foto und ein Logo anhängen und mailen an: pia@nwzmedien.de

Über alle Bewerbungen wird berichtet, in der NWZ und auf NWZonline.

Die Gewinner werden bei einer feierlichen Preisverleihung geehrt. Info:

   

   www.nwzonline.de/pia

Lehmann: Hinter dem Begriff steht eine ganze Reihe positiver Eigenschaften. Daraus ergibt sich dann ein hervorragender Ruf, eine Marke, von der das Unternehmen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften oder auch Azubis profitieren kann. Zentrale Punkte sind das Betriebsklima und die Rahmenbedingungen der Arbeit vom Gehalt über Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung bis zur Kinderbetreuung. Zuweilen kann auch ein unterdurchschnittliches Gehalt durch andere Faktoren ausgeglichen werden.
Frage: Wichtig ist aber ja, dass so eine Arbeitgebermarke oder auch Ausbilder-Marke erst einmal bekannt wird...
Lehmann: ...stimmt, und dabei kommt es natürlich darauf an, die Informationskanäle zu nutzen, die auch die jeweilige Zielgruppe nutzt. Das sind bei Jugendlichen heutzutage vermehrt die sozialen Medien, ansonsten Karriere-Portale oder auch die Tageszeitung. Ganz wichtige Marken-Botschafter ihrer Betriebe sind die Mitarbeiter und die Azubis selbst – mit ihrer Mund-zu-Mund-Propaganda. Sie sind auch besonders glaubwürdig, denn sie kennen die Verhältnisse im Betrieb.
Frage: Speziell zur Gewinnung von Auszubildenden: Was können Betriebe sonst noch tun?
Lehmann: Sie sollten Kontakte zu Schulen pflegen, auf Jobmessen vertreten sein und Praktika für Schüler anbieten. Aus Praktika wird dann häufig mehr. Auch über eine Teilnahme am „Preis für Innovative Ausbildung“ PIA der NWZ kann man punkten. Über alle eingereichten Projekte wird berichtet.
Frage: Eigentlich ist es ja banal: Betriebe, die ihr Nachwuchsproblem lösen wollen, müssen doch einfach mehr ausbilden!
Lehmann: Im Prinzip ja. Auf Dauer können meiner Meinung nach nur die Unternehmen erfolgreich sein, die ihren Nachwuchs selbst ausbilden. Man hat sich dann früh im Erwerbsleben gefunden, den Spirit der Firma kennengelernt und seine Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen erkannt. Fach- und Führungskräfte von außerhalb zu gewinnen, ist zwar möglich, aber insgesamt mit höherem Aufwand und Kosten verbunden.
Frage: Auf welche Gruppen sollten Arbeitgeber auf der Suche nach Auszubildenden mehr als bisher setzen?
Lehmann: Dazu zählen junge Frauen, die in dualen Ausbildungen im gewerblich-technischen Bereich nach wie vor stark unterrepräsentiert sind. Diese sollten gezielt noch stärker angesprochen werden.
Frage: Mehr tun könnte man noch für weitere Gruppen.
Lehmann: Ja, zum Beispiel für junge Menschen mit Beeinträchtigungen oder mit schulischen Defiziten. Oft sind diese Menschen nach erfolgreicher Berufsausbildung besonders motivierte und treue Mitarbeiter. Interessant können für Unternehmen auch die Gruppe der Studienabbrecher und junge Flüchtlinge sein, die sich zukünftig verstärkt um Ausbildungsplätze bewerben.
Infografik: Wo deutsche Schüler arbeiten wollen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
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0441 9988 2040

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