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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

TECHNOLOGIE: Fachwelt staunt über Enercon-Schiff

02.08.2008

KIEL An diesem Sonnabend ist es so weit: In Kiel läuft bei der Lindemann-Werft das „E-Ship 1“ vom Stapel. Auftraggeber ist der Windkraftanlagenbauer Enercon aus Aurich. Der Frachter für den Transport von Energie-Anlagen erregt in der Fachwelt großes Aufsehen: Er hat einen weltweit einmaligen Antrieb aus vier Segel-Rotoren – 25 Meter hohe Metallzylinder mit vertikaler Rotationsachse. (siehe Montage rechts).

Martina Kuhlmann, Assistentin der Enercon-Geschäftsleitung, soll das Schiff taufen. Das „E“ im Namen stehe unter anderem für Enercon, aber auch etwa „Ecology“. Enercon hatte erst kürzlich mit der Wiedereröffnung einer Bahnstrecke Aufsehen erregt, auf der Windkraft-Komponenten u.a. zum Emder Hafen transportiert werden. Dort wartet ab 2009 das „E-Ship“ für den Weitertransport.

Das Schiff ist 130 Meter lang, 22 Meter breit und verfügt über die Bruttoraumzahl (BRZ) von 12 000. Das klingt nicht spektakulär. Der „Roll-on-Roll-Off“-Frachter wird nach Ansicht der Kieler Lindenau-Werft dennoch Aufsehen erregen – wegen seines Wind-Antriebs und der markanten Kontur: zwei Kräne in der Mitte und vier Türme von je 27 Metern Höhe an den Ecken der großen Ladeluken.

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Die Türme haben es in sich. Es handelt sich um Flettner-Rotoren, die ein physikalisches Prinzip nutzen, um Wind als zusätzliche Vortriebskraft für den Antrieb zu nutzen. Entdeckt hat dieses Prinzip der Lehrer und Ingenieur Anton Flettner in den 20er Jahren. Trifft Wind auf einen bereits rotierenden Zylinder, wird er dort mitgerissen und strömt schneller. Auf der Rückseite des Zylinders wird der Wind abgebremst, strömt also langsamer. Daraus resultiert Überdruck auf der Rück-, Unterdruck auf der Frontseite des Zylinders. Das mit den Rotoren ausgerüstete Schiff bewegt sich nach vorn.

„Wir werden zeigen, dass sich mit Segelrotoren viel Treibstoff einsparen lässt“, meinte Enercon-Chef Aloys Wobben. Das Schiff sei „Vorreiter bei Energieeffizienz und Umweltschutz“, sagte Projektleiter Rolf Rohden.

Ein Quadratmeter Rotorfläche entspricht etwa zehn Quadratmetern Segelfläche, erklärt Professor Dr. Lutz Fiesser von der Universität Flensburg. Beim „E-Ship" sollen die Rotoren den herkömmlichen Antrieb ergänzen. Wesentliche Teile wurden von Enercon selbst entwickelt.

Schon zu Zeiten Flettners fuhren zwei Frachter nach dem Prinzip. Sie konnten sich allerdings nicht durchsetzen. Gleiches gilt für spätere Projekte u.a. vom Meeresforscher Costeau und Blohm + Voss. Das Konzept von Enercon hat die Fachleute überzeugt. So fördert die Bundesstiftung Umwelt die Entwicklung des Antriebs mit

450 000 Euro.

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