Bockhorn - Zentrales Thema im Bockhorner Ausschuss für Finanzen, Wirtschafts- und Tourismusförderung Dienstagabend im Rathaus war die Aufstellung eines Einzelhandelskonzeptes. Ein Investor plant, Edeka im Gewerbegebiet „Klinkerhof“ anzusiedeln, die Auswirkungen auf die Geschäftsmeile „Lange Straße“ sind nicht klar, also sollen Fachleute gefragt werden.

Außerdem will „Netto“ an der Langen Straße großflächig erweitern. In der von Olaf Nack (UWG) geleiteten Sitzung erklärte Katja Lorenz, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, dass die Gemeinde sich 2009 verpflichtet hatte, dieses Konzept erstellen zu lassen, sobald relevante Vorhaben in Aussicht sind. Auch die Industrie- und Handelskammer habe empfohlen, Auswirkungen derartiger Pläne abzuschätzen.

Lorenz berichtete, dass sich einer ersten Anfrage bei drei Unternehmen zufolge die Kosten für ein Einzelhandelskonzept auf bis zu 20 000 Euro belaufen können. Im Ausschuss wurde Zustimmung signalisiert. Christa Hoppenheit (UWG) merkte an, auch die Parkplatzsituation zu beachten. Thorsten Krettek (CDU): „Uns fehlen viele Parameter, um zu entscheiden, was Bockhorn an Discountern noch vertragen kann.“ Rolf Scherer (Grüne) will die Kosten für die Ausarbeitung im Auge behalten.

Wolfgang Janßen (CDU) ist für das Konzept, kritisierte aber: „Es ist immer das gleiche, wir im Rat reagieren nur. Es war lange bekannt, dass ein Investor im Klinkerhof tätig werden will. Auch an der Südstraße (Zimmermann) kann erweitert werden.“ Er rief zum Maßhalten auf: „Varel und Zetel haben ihre Übersichten abgespeckt auf Kosten unter 10 000 Euro, weil vieles nicht mehr verändert werden kann.“

Nur Harald Duttke (FDP) stimmte dagegen: „Das Konzept kommt viel zu spät. Der Raiffeisenmarkt an der Vareler Straße ist schon genehmigt. Jetzt, wo Edeka vor der Tür steht, können wir uns das Geld sparen. Ich sehe die Notwendigkeit nicht.“


Christel Bartelmei (CDU) hob hervor, einen Entwurf für den gesamten Einzelhandel in der Gemeinde, auch in den Ortschaften, erstellen zu lassen, und fragte nach der Zeitspanne. Katja Lorenz: „Wir gehen von sechs Monaten aus.“ Das heißt, dass sich im nächsten halben Jahr nichts an Investitionen tun wird. Auch bei „Netto“ nicht, obwohl eine Vertreterin des Marktes in der Einwohnerfragestunde ankündigte, im März mit dem Umbau beginnen zu wollen.

Eingebunden in die Planung ist der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe, für dessen Vorstand Jochen Meineke sagte: „Wir haben ein ungutes Bauchgefühl bei der Diskussion um Edeka, sind aber froh, so früh ins Boot geholt worden zu sein. Fakten sind notwendig, wenn wir in die Auseinandersetzungen gehen.“