Falkenburg - „Das habe ich vorhin beim Spazieren gehen mit meinen Hunden gefunden. Da sollte man die Bürger in Ganderkesee noch mal zur Vernunft aufrufen.“ Mit diesen Worten meldete sich die Falkenburgerin Rita Busch über Facebook bei der NWZ-Redaktion Ganderkesee. „Das“ waren zahlreiche Müllsäcke vor allem mit Stoff- und Kleidungsresten. Ort dieser illegalen Müllentsorgung ist ein Weg nahe der Furthstraße in Falkenburg.

„Davon hatte ich nun so keine Kenntnis“, sagte Jürgen Hakkel, Vorsitzender des Ortsvereins Falkenburg-Habbrügge auf Nachfrage der NWZ. Insgesamt habe man mit dieser Art der Müllentsorgung aber „zum Glück“ wenig Probleme. „Es kommt leider immer wieder vor“, so der Vorsitzende, aber es sei nicht besonders auffällig.

Eine Aussage, die sich auch auf andere Ortsteile beziehen lässt. „Kaffeebecher, Flaschen, sowas finden wir leider sehr häufig“, erklärte beispielsweise Friedhard Johannes vom Dorfausschuss Bergedorf. Und die würden, so der Eindruck von Johannes, häufig von „Durchreisenden“ stammen. „Gerade durch Aktionen wie ,Saubere Landschaft’ sind Jung und Alt bei uns für das Thema sensibilisiert“, sagte Johannes im Gespräch mit der NWZ weiter.

„Saubere Landschaft“ ist eine Aktion, die in vielen Dörfern und Gemeinden der Region seit einigen Jahren durchgeführt wird. In Falkenburg beispielsweise am Samstag, 7. April, in Bergedorf hingegen bereits am Samstag, 17. März.

Den Eindruck, dass sich illegale Müllkippen in Ganderkesee noch in Grenzen halten, auch wenn sie ohne Frage vorkommen, hat auch Uwe Nordhausen, Leiter des Kommunalservice Nordwest. „Das ist in unserem Alltag kein sonderlich großes Thema“, so Nordhausen. Wenn man größere illegale Müllplätze finde, würden diese natürlich gemeldet.


Auch wenn wilde Müllkippen in der Gemeinde Ganderkesee noch verhältnismäßig selten vorkommen – jede kostet den Landkreis zusätzliches Geld. Im Schnitt 30 000 Euro pro Jahr gibt der Landkreis Oldenburg, der für die Abfallentsorgung zuständig ist, für die Beseitigung von nicht ordnungsgemäß entsorgtem Müll aus.

„Natürlich sind wir immer bemüht, die Verursacher ausfindig zu machen“, betonte Dieter Hahn, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft im Landkreis Oldenburg, auf Nachfrage. Schon im Juni vergangenen Jahres sagte Hahn gegenüber dieser Zeitung, dass man eine „zunehmende Tendenz illegaler Entsorgungen“ feststelle – im gesamten Landkreis.

Dabei ist diese Art der Entsorgung kein Kavaliersdelikt: Es drohen hohe Bußgelder und die Verursacher müssen auch die Entsorgungskosten zahlen. „Wenn gefährliche Abfälle entsorgt werden, handelt es sich sogar um eine Straftat“, so Amtsleiter Dieter Hahn.