Wilhelmshaven/Oldenburger Land - Es war eigentlich ein gelungener Ausflug zum Hafenfest „Wochenende an der Jade“ in Wilhelmshaven. Eigentlich. Denn als die Oldenburgerin Heidi Oltmanns zu ihrem Parkplatz zurückkehrt, ist ihr Wagen weg. Abgeschleppt. 250 Euro musste sie zahlen, um den schwarzen Mercedes beim Abschleppunternehmen „freizukaufen“. Hinzu kamen noch sieben Euro für ein Taxi.

Geparkt hatte sie am vorigen Sonntag an der Rheinstraße 118 in Wilhelmshaven auf dem Parkplatz eines Mehrfamilienhauses. Dort gab es nach ihren Worten zwar ein Schild mit der Aufschrift „Feuerwehrzufahrt freihalten. Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt“. Die 53-Jährige dachte aber, das mit dem Abschleppen gelte nur, wenn die Feuerwehrzufahrt zugeparkt werde. Doch weit gefehlt. „Das gilt für den gesamten Bereich unseres Parkplatzes“, betont ein Vertreter der Wilhelmshavener Wohnungsbaugesellschaft Möller. Die Firma hat zur Sicherung ihrer Parkplätze ein örtliches Abschleppunternehmen mit der „Parkraumüberwachung“ beauftragt. Es sei schließlich ein Privatparkplatz, der den Anwohnern und Mietern vorbehalten sei.

Da sich auch eine Geschäftsstelle der Gewerkschaft „Verdi“ im Haus befindet, dachte Heidi Oltmanns sich, dass diese am Sonntag ohnehin nicht besetzt und die Parkplätze frei seien.

„Das stimmt grundsätzlich auch. Und wir sind auch nicht diejenigen, die hier abschleppen lassen, aber auch wir müssen mit Schildern im Auto dokumentieren, dass wir da parken dürfen“, sagt der Wilhelmshavener Gewerkschaftssekretär Frank Buscher. Selbst Mitglieder, die sonnabends mal an einer Demo teilgenommen hätten, seien schon abgeschleppt worden.

Laut Polizeidirektion Oldenburg ist es üblich, dass die Rechnung fürs private Abschleppen an den Auftraggeber geht. Dieser könne sein Geld dann vom Falschparker wieder einklagen.


Im Fall von Heidi Oltmanns indes handelte das Abschleppunternehmen zwar im Auftrag, aber auf eigene Rechnung – und riss damit ein Loch in die Kasse der Falschparkerin, die sich sicher ist: „Das passiert mir so schnell nicht wieder.“