Bösel - Um Falschgeld ging es beim Unternehmerstammtisch im Heimathuus, zu dem der Handels- und Gewerbeverein (HGV) in Kooperation mit der Volksbank Bösel eG eingeladen hatte. Hierzu konnte HGV-Vorsitzender Frank Bornhorst Carsten Gräper und Michael Czeszak von der Filiale der Deutschen Bundesbank aus Oldenburg begrüßen.

Die Referenten wiesen auf die Merkmale der Euro-Geldscheine hin. Außerdem hatte jeder Gelegenheit, Falschgeld in die Hand zu nehmen und die Unterschiede in Augenschein zu nehmen.

„Falschgeld kommt überall vor, auch in Bösel“, berichtete Bankvorstand Stefan Awick. Werde bei Einzahlungen in der Bank festgestellt, dass es sich um Falschgeld handele, werde das Geld eingezogen. Die Bank sei verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Das gelte auch, wenn ein Händler Falschgeld feststelle. Das Geld für den Einzahler sei auf jeden Fall weg. Wenn jemand feststelle, dass er im Besitz einer „Blüte“ ist, solle er nicht versuchen, sie loszuwerden. „Das ist strafbar“, stellten die Referenten fest.

In Deutschland seien 2013 etwa 39 000 Fälschungen im Umlauf gewesen. „Fünf Blüten fallen etwa auf 10 000 Einwohner“, sagt Gräper. Während in Deutschland das Falschgeldaufkommen zurückgegangen sei, treffe dies für die anderen Europäische Länder nicht zu. Am häufigsten werden die „Zwanziger“ und „Fünfziger“ gefälscht. Etwa zehn bis 15 Prozent der Fälschungen würden erkannt – spätestens bei der Bundesbank.

Wie Falschgeld erkannt werden kann, darüber gaben die Referenten auch Hinweise. Euro-Noten bestünden aus Baumwolle, während die Fälschungen zu 99 Prozent aus Papier bestehen. Durch „Fühlen, Sehen und Kippen“ könnten Blüten enttarnt werden.


Ein Merkmal sei die Beschaffenheit der Banknote. Das Papier bestehe aus reiner Baumwolle und fühle sich deshalb griffig und fest an. An manchen Stellen sei der Aufdruck dicker, dort könne ein Relief ertastet werden.

Die gefälschte Banknote fühle sich dagegen lappig und glatt an. Das ertastbare Relief fehle in der Regel, der Aufdruck sei also an keiner Stelle dicker. Ein weiteres Merkmal sei das Wasserzeichen. Bei der Fälschung erscheine es dunkler als das umliegende Papier. Die Übergänge zwischen hellen und dunklen Bereichen seien meist sehr deutlich.

Gefälschte Hologramme seien beim Kippen der Banknote in der Regel statisch. Meistens fehlten die aus sehr kleiner Schrift gebildeten konzentrischen Kreise.

Gefälschte Sicherheitsfäden seien nicht in das Papier eingebettet, sondern als gräulich-schwarze Linien zu erkennen. Sie erschienen in der Durchsicht nicht als dunkle Streifen. Der Text darauf sei bei Fälschungen zudem oft nicht lesbar oder fehle ganz.

Gräper und Czeszak wiesen auch auf das Infrarot-Merkmal hin. Betrachtet man die Vorderseite einer gefälschten Banknote mit einem Infrarotgerät, wird das Motiv entweder gänzlich unsichtbar oder es bleibt über die gesamte Breite der Banknote sichtbar. In jedem Fall fehle die typische vertikale Aufteilung, die auf echten Banknoten vorhanden ist.