Berlin - Lutz Goebel ist stolz auf solche Zahlen: Familienunternehmer stellen 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland, bilden 80 Prozent aller jungen Leute aus und beschäftigen 60 Prozent aller Arbeitnehmer. „Wir Familienunternehmer sind die Wirtschaft“, lobt der Präsident der Familienunternehmerverbandes ASU das Engagement der Mitglieder auf dem zweitägigen Jahreskongress am Donnerstag in Berlin. Vor allem: „Anders als Manager haften wir für die Risiken, die wir eingehen“.

In der Debatte um Frauenquoten in der Wirtschaft schiebt Goebel noch eine Zahl hinterher: Bei jedem vierten familiengeführten Unternehmen steht mittlerweile eine Frau an der Spitze. „Es würde mich nicht wundern, wenn bald die Hälfte der Unternehmen Chefinnen haben“.

Doch Sorgen verhehlt der Verbandspräsident, der 5000 Mitglieder mit rund 1,7 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 315 Milliarden Euro vertritt, nicht: Unkalkulierbar steigende Energiekosten durch „sehr viel Plan- und viel zu wenig Marktwirtschaft“, fehlende Qualität in der Bildung („Fach Wirtschaft muss auf den Lehrplan!“), 5 Milliarden Euro Zusatzkosten durch eine drohende „rot-grüne Bürgerversicherung“ und „kreuzgefährliche“ rot-grüne Pläne für eine Vermögenssteuer. Dadurch würden Investitionen bei Familienunternehmen bis zu 25 Prozent heruntergefahren, befürchtet Goebel. Die Folgen würden jedenfalls „tief sein“.