Ganderkesee - Neun Monate nach dem Auszug von „Ernsting’s family“ werden sich die Regale im Hause Rathausstraße 6 wieder mit Kleidung füllen. Am Dienstag, 1. September, wird hier die Ganderkeseerin Gülten Kizil das Secondhand-Geschäft „JuCe“ eröffnen. Auch für mehrere andere Leerstände im Ortskern von Ganderkesee zeichnen sich Lösungen ab.

Die Lage an der Rathausstraße gegenüber dem Neuen Markt „ist die perfekte Ecke für mich“ sagt Gülten Kizil, die bereits in der Bekleidungsbranche gearbeitet hatte. Bei ihren eigenen Kindern habe sie miterlebt, wie schnell sie aus gerade erst gekaufter, teils teurer Kleidung herausgewachsen waren. Das habe sie in der Überlegung bestätigt, einen Secondhand-Laden zu eröffnen. Nach ihren Zwillingen wird sie das Geschäft benennen: „JuCe“ steht für Julia und Celine.

Für das 125 Quadratmeter große Ladengeschäft mit seinen großen Schaufenstern neue Mieter zu finden, sei „schwierig, äußerst schwierig“ gewesen, berichtet Vermieter Hans Brandt. Bei mehr als 15 verschiedenen Ketten hatten er und seine Frau Monika angeklopft. Nur in zwei Fällen sei überhaupt Antwort gekommen. Ganderkesee sei als Ort für sie nicht interessant, habe es darin geheißen. Möglicherweise spielten da Darstellungen im Internet eine Rolle, wonach es in Ganderkesee kaum an etwas fehle, vermutet Hans Brandt.

„Weitergeholfen“ habe hingegen die Dauer-Ausstellung von Edda Koke. Die Bilder der Hobbykünstlerin hätten den Blick auch auf das Ladengeschäft gelenkt – was übrigens von Gülten Kizil bestätigt wird.

Insgesamt ist die Zahl der Leerstände an der Rathausstraße derzeit hoch. So sind die Räume des früheren Café am alten Famila-Markt ebenso frei wie die 140 Quadratmeter der früheren Wittekind-Apotheke, der ehemalige Imbiss mit griechischen Spezialitäten (Anna Thira) steht ebenso leer wie die Flammkuchenbar, das ehemalige Geschäft von Radio Behrens oder das einstige Küchenstudio im von Seggern-Haus.


Wirtschaftsförderin Christa Linnemann berichtet allerdings von „Interessenten“ und „Gesprächen“. Beim früheren Geschäft von Radio Behrens rechne sie kurzfristig mit einer Änderung, „da tut sich was“. Näheres war noch nicht zu erfahren, der neue Eigentümer war urlaubsbedingt nicht erreichbar.

Eine „Belebung“ erwartet Linnemann auch auf der anderen Seite der Bergedorfer Straße, hinter dem Rathaus. Wie berichtet, wird das frühere Aldi-Markt-Gebäude zurzeit in ein Gesundheitszentrum umgebaut. Auch beim daneben befindlichen Gebäude, in dem sich früher Filialen von Deichmann und Schlecker sowie vorübergehend der famila-Getränkemarkt befanden, zeichne sich ein Umbau ab. Hier gebe es für die zurzeit freien Räumlichkeiten zwei Interessenten. Die Gespräche zwischen ihnen und dem Verwalter des Eigentümers beschreibt Linnemann als „sehr konkret“.