FARGE/ELSFLETH - Der Wirkungsgrad wurde um zwei Prozent verbessert. Dadurch sinkt der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um 100 000 Tonnen.
von Hauke Fooken
FARGE/ELSFLETH - Der Energieriese Eon setzt weiter auf den Kraftwerksstandort Farge. Das machten gestern Carsten Stäblein, Mitglied der Geschäftsführung der Konzernsparte Eon Kraftwerke, und Fritz Henken-Mellies, Kraftwerksleiter in Farge, deutlich. „Nach der 2004 erfolgten großen Revision konnten wir den Wirkungsgrad des Kohlekraftwerks um zwei Prozent auf nunmehr 42,3 Prozent steigern“, sagte Henken-Mellies stolz.Der Konzern ließ sich die Effizienzsteigerung, unter anderem wurde eine neue Turbine eingebaut, die stattliche Summe von 30 Millionen Euro kosten. Mehr noch: Bis 2007 will Eon wiederum einen zweistelligen Millionenbetrag für die Modernisierung des Kraftwerks in Farge und des Luftspeicher-Gasturbinenkraftwerks Huntorf ausgeben. „In Huntorf beginnen wir im Juni mit der großen Revision. Dort wird die Leistung der Gasturbine verbessert“, so Henken-Mellies. 2007 ist dann wieder Farge dran, wo eine neue Hochdruck-Dampfturbine installiert und die Lagerkapazitäten für Steinkohle vergrößert werden sollen.
Dass schon kleinste Verbesserungen des Wirkungsgrades von Kraftwerken ökonomisch und ökologisch Sinn machen, wird deutlich, wenn man weiß, dass in Farge pro Tag rund 2000 Tonnen meist russische und polnische Steinkohle verheizt werden. Die letzte Modernisierung habe dazu geführt, dass der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid um zirka 100 000 Tonnen pro Jahr reduziert wurde, sagte Henken-Mellies.
Angesichts der energiepolitischen Diskussion in Deutschland verwies Stäblein darauf, dass der Eon-Konzern in den kommenden Jahren mehrere neue Kraftwerke, allerdings keine Kernkraftwerke, plane. So entsteht bis 2011 in Datteln ein hochmodernes Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 1055 Megawatt. Kostenpunkt: 1,2 Milliarden Euro. Im bayrischen Irsching sind zwei neue Gas- und Dampfkraftwerke projektiert.
Dass Farge als Standort für einen Kraftwerksneubau in Frage kommen könnte, mochte Stäblein nicht ausschließen. Dagegen spräche zurzeit allerdings die vom Land Bremen erhobene Oberflächenwasserentnahmegebühr. „Pro Jahr kostet uns die Gebühr bis zu 1,4 Millionen Euro“, sagte Henken-Mellies. In Wilhelmshaven, wo Eon ebenfalls ein Kohlekraftwerk betreibt, falle diese Gebühr nicht an.
Stäblein warb in Farge für eine Energiepolitik, die einen ausgewogenen Mix der verschiedenen Energieträger zum Ziel habe. Dabei sollte die Regierung nicht zu sehr auf die Karte Erdgas setzen. Denn: „Die größten bekannten Gasvorkommen liegen nun einmal in Regionen, die politisch als instabil zu bezeichnen sind.“
