Berlin/Jever - Auf Auto-Nummernschildern in Deutschland gibt es wieder größere Vielfalt – und neue Gelegenheiten für Lokalpatrioten. Bundesweit sind inzwischen 295 einst ausrangierte regionale Kürzel genehmigt worden, wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage mitteilte.
Seit Ende 2012 können die Länder beim Bund alte Buchstabenkombinationen wieder beantragen, die bei Gebietsreformen weggefallen waren. Nach drei Jahren haben 12 der 16 Länder davon Gebrauch gemacht. Mit einer Rückkehr vertrauter Kennzeichen wollen viele Kommunen die regionale Identität stärken.
Allein in Bayern wurden 61 alte Kürzel reaktiviert, in Sachsen 45 und in Sachsen-Anhalt 38. In Schleswig-Holstein kehrten zwei ausrangierte Kombinationen zurück, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz jeweils zehn.
Insgesamt hat sich die Renaissance der Altkennzeichen aber zuletzt verlangsamt und könnte möglicherweise so gut wie abgeschlossen sein. Ende 2013 waren bereits 261 ausrangierte Kürzel wiederbelebt worden. Seitdem kamen noch 34 hinzu. Neue Anträge lagen jetzt nicht vor.
Nicht alle denkbaren Traditionskennzeichen haben eine Chance auf erneute Verwendung. Ab 2012 wurde in Friesland die Wiedereinführung des JEV-Kennzeichens (JEV stand bis 1977 für den Kreissitz Jever) diskutiert. Schließlich entschieden sich 2013 die Gremien des friesländischen Kreistags dagegen, obwohl eine erkennbar große Zahl von Bürgern dies gewünscht hatte. Das gültige FRI-Kennzeichen habe identitätsstiftende Wirkung für Friesland, so die Argumentation.
