Hannover/Bremen - Rund 1600 Zusteller haben sich in Bremen und Niedersachsen nach Gewerkschaftsangaben an der Fortsetzung der Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Post beteiligt. Bundesweit hätten rund 10 000 Brief- und Paketzusteller in nahezu allen Bundesländern an den Ausständen teilgenommen.
Damit fiel in Niedersachsen und Bremen die Beteiligung am Donnerstag etwas höher aus als am Vortrag, als nach „Verdi“-Angaben 1500 Beschäftigte der Brief- und Paketzustellung ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt hatten.
Das sei ein deutliches Signal der Beschäftigten, erklärte „Verdi“-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Der Postvorstand müsse in der nächsten Verhandlungsrunde ein „seröses“ Angebot vorlegen, fordert sie. Bis zum 14. April setze „Verdi“ die Warnstreiks aus.
Nach ersten Schätzungen der Post wurden am Donnerstag bundesweit rund 4,8 Millionen Briefe und 240 000 Pakete nicht ausgeliefert. Die Post geht davon aus, dass trotz des Warnstreiks Briefe und Pakete ihre Empfänger bis Ostern erreichen. Die Zustellung soll nun am Sonnabend erfolgen.
Hintergrund der Warnstreiks ist die Ausgründung von neuen Gesellschaften im Paketgeschäft, wo die Beschäftigten zum Teil deutlich schlechter bezahlt werden als im Mutterkonzern. Als Ausgleich dafür verlangt „Verdi“ eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.
„Verdi“ wirft dem Arbeitgeber vor, mit der Gründung der regionalen Gesellschaften unter dem Dach der DHL Delivery und dem Aufbau eines bundesweit Paketnetzes tarifliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe im Paketgeschäft gebrochen zu haben.
Auch beim Online-Händler Amazon legten „Verdi“ zufolge am Donnerstag noch einmal rund 1600 Beschäftigte die Arbeit nieder. Es betraf die Standorte Bad Hersfeld (Hessen), Rheinberg und Werne (Nordrhein-Westfallen) sowie Leipzig (Sachsen). Die seit Montag andauernden Streiks an verschiedenen Standorten, so zunächst auch in Koblenz und Elmshorn, seien vorerst beendet. Der Tarifkonflikt gehe aber weiter, teilte die Gewerkschaft mit.
