Bad Zwischenahn/Aue - Für die Freien Demokraten in Bad Zwischenahn ist klar: Der Kollaps auf den Bahnstrecken im Nordwesten ist vorprogrammiert. Besonders der Verkehr von und zu den Häfen der Region und in den Niederlanden sei auf vorhandenen Strecken nicht mehr zu bewältigen. Die Liberalen sehen dafür auch einen Grund: unzureichende Planungen. So sollen die vor 150 Jahren gebauten, oft eingleisigen Trassen durch die heutigen Siedlungen nur ertüchtigt werden. Das gelte auch für Bad Zwischenahn: für Gütertransporte auf zwei Gleisen mit allen Gütern die es gibt.

Beim jüngsten Liberalen Stammtisch sei deutlich geworden, so FDP-Ortsvorsitzender Michael Cordes, dass der zunehmende Bahnlärm nur eines von vielen Problemen auf dieser Strecke sei. Wilfried Tebje, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahnlärm Bad Zwischenahn, hatte im „Klosterhof Aue“ die Ziele des gemeinnützigen Vereins vorgestellt: Kurzfristig müssten die Güterzüge langsamer fahren, mittelfristig müssten ein achsenhoher Lärmschutz entlang der Bahnlinie installiert und langfristig der Güterverkehr auf eine neue Streckentrasse gebracht werden. Dabei stehe die gesundheitliche Unversehrtheit der Anlieger, die Sicherheit des Schienenverkehrs und schließlich die Wirtschaftlichkeit des Güterverkehrs im Vordergrund.

Die Trennung von Güter- und Personenverkehr sei dringend erforderlich, erläuterte FDP-Ratsherr Dr. Horst-Herbert Witt. Die sogenannte „Große Hafenspange“, die den Güterverkehr nördlich der Siedlungsgebiete – möglicherweise entlang der Autobahnen – vorbeiführen soll, wird nach Angaben von Witt auch von den Niederländern favorisiert. Nach Prognosen aus dem Nachbarland verdoppele sich der Gütervekehr bis 2030 nahezu. „Die Idee der Bahn-Umgehung steht, über Details kann und muss man streiten“, so Witt.

Cordes betonte, dass nicht versprochen werden könne, dass „der Lärm morgen weniger wird“. Auch sei das Ziel einer „Großen Hafenspange“ noch zukunftsfern. Dieses große zukunftsfähige Infrastrukturprojekt müsse dem Bund aber immer wieder vorgesetzt werden.