Im Nordwesten/Berlin - Die deutsche Tourismusbranche schlägt vor den Sommermonaten Alarm: Wegen des engen Ferienkorridors „geraten bei Urlaubern beliebte Regionen wie die Nord- und Ostsee an die Kapazitätsgrenzen“, klagt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV), im Gespräch mit der NWZ . Dazu kommt ein enormer wirtschaftlicher Schaden gerade auch für Niedersachsen. „Der Nordseeküste entgehen vorsichtig geschätzt 100 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz“, rechnet Sven Ambrosy, Landrat in Friesland und Vorsitzender des Tourismusverbands Niedersachsen, vor. Die Tourismus-Experten fordern die Ministerpräsidenten und vor allem die Kultusminister der Länder, die die Ferientermine festlegen, zum Handeln auf. Nicht längere Schulferien seien nötig, aber ein verlängerter Ferienkorridor vom 15. Juni bis zum 15. September. „Das würde der Wirtschaft gut tun, den Andrang und die Verkehrsströme entzerren und allen helfen“, heißt es übereinstimmend.
„Der Tourismus ist für Niedersachsen mittlerweile eine Leitwirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen“, ergänzt Ambrosy, der sich in einem Brandbrief an die zuständigen Minister gewandt hat, „damit das Elend nicht weiter fortgesetzt wird“. Größte Probleme bereiteten die „erheblichen Überschneidungen der Ferienzeiten mit Nordrhein-Westfalen“. Ambrosy fordert Bayern und Baden-Württemberg auf, „die Blockadehaltung“ bei der Entzerrung von Ferienzeiten aufzugeben.
