Jever - Die Mitglieder des jeverschen Bau- und Umweltausschusses haben sich am Mittwoch vor Ort über die Energiegewinnung des Abfallwirtschaftszentrums des Zweckverbands Friesland-Wittmund in Wiefels informiert.
Nach Besichtigung der Fotovoltaikanlage, die bei knapp 1600 Quadratmetern Modulfläche rund 2,13 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert, erläuterte Zweckverbands-Geschäftsführer Lothar Arlinghaus die Gewinnung von Strom und Wärme durch den Vergärungsprozess. Dabei wird Methangas gewonnen, das in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme umgewandelt wird. Der Großteil des Stroms und der Wärme wird auf der Anlage verwendet, Überschüsse können ins Netz eingespeist werden.
Gespräche gibt es Arlinghaus zufolge zurzeit mit der Dorfgemeinschaft Wiefels über ein Nahwärmekonzept.
Wie berichtet, hat das Abfallwirtschaftszentrum einen Überschuss an Abwärme. Damit könnten Haushalte in Wiefels versorgt werden. 100 der 120 Haushalte müssten der Lösung zustimmen, damit das Wärmenetz wirtschaftlich arbeiten kann.
Der Zweckverband würde als Wärmeproduzent auftreten, eine neu gegründete Genossenschaft, in der jeder Anschlussnehmer Mitglied wäre, würde für die Unterhaltung und Pflege der Anlage aufkommen, die später auch Gewinne abwerfen soll. Insgesamt müssten groben Schätzungen zufolge 1,8 Millionen Euro bei einem Verbrauch von insgesamt 2,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr investiert werden. Pro Haushalt seien eine neue Heizung und rund 4000 Euro für den Beitritt zur Genossenschaft und den Anschluss nötig, hinzu kämen Kosten für Gas und ein jährlicher Grundbetrag.
Für Jever sei Abwärme aber keine sinnvolle Alternative.
