Cloppenburg - Seit Jahren streitet sich die Cloppenburger Stadtverwaltung vor Gericht mit dem in Vechta ansässigen Generalplaner, der 2009/2010 für fast acht Millionen Euro das Soestebad grundsaniert hat. Vor allem die mangelnde Ausnutzung der Fernwärme von der Cloppenburger Firma Emsland-Food ist der Stadt ein Dorn im Auge – hier soll das Vechtaer Unternehmen schwere Planungsfehler begangen haben.
Nach Angaben der Verwaltung sieht das offenbar auch das Gericht so. „Das Beweisverfahren ist jetzt zugunsten der Stadt Cloppenburg abgeschlossen. Technische Änderungen an der bestehenden Anlage hinsichtlich der Ausnutzung der Fernwärme werden nun möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt vom Dienstag. Derzeit werde geprüft, wie und wann die in dem gerichtlichen Sachverständigengutachten angeregten Verbesserungen umgesetzt werden können.
Seit einigen Jahren liefert Emsland Food die Fernwärme ans Soestebad. Dieses bekommt die Energie umsonst, und der Kartoffelverarbeiter kann so seine heißen Abwässer, die Richtung Kläranlage fließen, runterkühlen. Bis zur Sanierung des Bades 2009/ 2010 lief das Konzept nach dem Wärmetauscherprinzip wie am Schnürchen. Doch seit der Wiedereröffnung im Januar 2011 wird das Wasser im Bad in einem deutlich geringeren Maße mit der Fernwärme beheizt. Nicht zuletzt deshalb liegt der Energieverbrauch des Soestebads über dem Bundesdurchschnitt der Konkurrenz in vergleichbarer Größe, wie aus einem Energieeffizienzbericht der EWE hervorgeht. Die bessere Ausnutzung der Fernwärme solle nun zeitnah umgesetzt werden. Der von Teilen der Politik zuvor ins Spiel gebrachte Bau eines Blockheizkraftwerks ist damit wohl vorerst vom Tisch.
