Turin - Der Autobauer Fiat Chrysler (FCA) will seine legendäre Sportwagentochter Ferrari abspalten und an die Börse bringen. Damit treibt Konzernchef Sergio Marchionne kurz nach der Fusion mit Chrysler den Umbau weiter voran. Fiat kündigte den Börsengang von Ferrari am Mittwoch an.

Der Plan, der 2015 umgesetzt werden soll, sieht vor, dass zehn Prozent der Ferrari-Aktien auf den Markt kommen und die übrigen Anteile an die FCA-Aktionäre gehen. Wieviel der Ferrari-Anteil wert ist, wollte Marchionne nicht beziffern. „Aber ich glaube, wir werden alle angenehm überrascht sein, wenn die Platzierung läuft.“

Vorausgegangen war ein Machtkampf zwischen dem Italo-Kanadier und dem langjährigen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo, der am Ende den Kürzeren zog. Marchionne leitet den Sportwagenbauer nun selbst und will ihn in der Formel 1 wieder in die Erfolgsspur führen.

Marchionne, der angeblich selber ein halbes Dutzend Ferrari-Modelle in seiner Garage stehen hat, krempelt den Autobauer gerade komplett um: Erst vor zwei Wochen wurde die Fusion mit der US-Tochter Chrysler abgeschlossen, 48 Milliarden Euro Investitionen sollen u.a. der darbenden Marke Alfa Romeo neues Leben einzuhauchen.

An der Börse sorgten die Aussicht auf eigene Ferrari-Aktien für Furore: Fiat-Chrysler-Papiere schossen in Mailand nach oben und mussten wegen der starken Kursbewegungen zeitweise vom Handel ausgesetzt werden.


Bei den nackten Zahlen konnte Fiat Chrysler im dritten Quartal Fortschritte vermelden. Der Konzern steigerte seinen operativen Gewinn um gut sieben Prozent auf 926 Millionen Euro. Der Umsatz stieg noch kräftiger auf 23,6 Milliarden Euro.