Bergedorf/Schlutter - Das kleine blau-weiße Kinderfahrrad sieht tadellos aus: Lenkergummi, Schutzbleche, sogar die Klingel – alles noch dran. Trotzdem hat es jemand einfach am Wegesrand stehen lassen. „Das kann unser Kindergarten bestimmt gut gebrauchen“, glaubt Helmut Paul, 2. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bergedorf.
So gut Erhaltenes war allerdings die Ausnahme am Sonnabend bei der Aktion „Saubere Landschaft“ in Bergedorf. Ansonsten fanden die gut 30 Helfer der Dorfgemeinschaft wieder eine Menge Müll entlang der Straßen und Wege rund um den Ort: Abgesehen von ein paar ungewöhnlichen Dingen – etwa drei Stangen altes Speisefett – und frivolen Funden wie Unterwäsche landeten einmal mehr zahllose Flaschen und Folien in den Anhängern und Treckerschaufeln, dazu Reifen, Radkappen und die bekannten Relikte der Wegwerf-Gesellschaft wie Coffee-to-go-Becher, die nach Angaben der freiwilligen Müllsammler jedes Jahr mehr werden.
Das bestätigte am Sonnabendmittag auch Enno Vosteen, Vorsitzender des Ortsvereins Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege, der mit rund 40 Helfern in sechs Teams die Wegeränder absuchte. Neben etlichen Kaffeebechern fanden sie aber auch große Gegenstände wie zwei Autositze, einen alten Fernseher und Möbelreste. „Es lohnt sich immer noch“, zog Vosteen Bilanz der Aktion. Fast zehn Kubikmeter Abfälle sammelten sich bis zum Mittag im Container auf dem Hof von Gerd Wieker. Trotzdem sei die Müllmenge gegenüber früheren Jahren etwas zurückgegangen, sagte der Ortsvereins-Vorsitzende.
Das sah man in Bergedorf ähnlich, wo etwa vier Kubikmeter Müll zusammenkamen. „Bei der Aktion Saubere Landschaft gehören wir in der Gemeinde zu den Ersten“, erklärte Helmut Paul. „Wir setzen den Termin so früh an, weil wir die Vögel in der Brutzeit nicht stören wollen.“ In Bergedorf waren freiwillige Helfer aber nicht nur an den Straßen- und Wegerändern im Einsatz, sondern auch auf dem Dorfplatz hinter dem Feuerwehrhaus. Mit Muttererde und Rasensamen wurde der Platz an vielen Stellen ausgebessert, besonders dort, wo im vergangenen Jahr der Maulwurf großen Schaden angerichtet hatte. Friedhard Johannes, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, lobte besonders den Arbeitseifer der Jugendlichen: „Indem sie hier selber mit Hand anlegen, fühlen sie sich für diesen Platz und seinen Zustand auch mehr verantwortlich“, betonte er. Zugleich werde ein „Wir-Gefühl“ unter den verschiedenen Generationen im Ort gefördert.
