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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Feuer und Flamme für Innovation

01.03.2016

Rastede Nach einigen Handgriffen ist der Energiesparherd einsatzbereit. Sebastian Erdmann schnappt sich einen Topf mit Wasser und stellt ihn auf die Kochfläche. Was sofort auffällt: Es gibt keinen Qualm. Erdmann lächelt. Das Prinzip hinter den „Glow“-Modellen: „Sie sollen gesundheitsfreundlich, energieeffizient und kostengünstig sein“, sagt er. Und das bedeute auch, „dass es nicht nach Qualm riecht“.

Helle Köpfe unter 30 Jahre

Auch in Europa veröffentlicht Forbes jetzt die bekannte Talentliste „30 under 30“. Ausgezeichnet werden 30 Persönlichkeiten, die mit ihren Ideen und Erfindungen überzeugt haben und die allesamt unter 30 Jahre alt sind.

Hauptverbreitungsgebiet der Energiesparherde ist zurzeit Afrika, sagt Sebastian Erdmann. Die Spezialarbeiten am Blech werden noch von einer externen Firma in Kassel vorgenommen. Das Ziel von „Glow“ ist es, zeitnah eine eigene Produktionsstätte möglichst im Ammerland zu finden, um unabhängig zu sein. Wer helfen kann, wird gebeten, sich mit Sebastian Erdmann in Verbindung zu setzen unter

    www.glow-energy.de

Beheizbar sind die Herdmodelle der „Glow“-Reihe (Global Warming), hinter der neben Erdmann (Entwicklung und Konstruktion) auch Lia Weiler (Management), Christiane Richter (Finanzen und Logistik) und Markus Espeter (Marketing und PR) stecken, unter anderem mit Feuerholz und Pellets.

Einfacher Zusammenbau

Durch die Bauweise soll der Brennstoff möglichst effizient genutzt werden. „Wenn das Holz ausgegast ist, kann der Aufsatz abgenommen werden und mit der zurückgebliebenen Holzkohle sofort weitergekocht werden. Alternativ kann die Kohle verkauft, oder dazu verwendet werden, fruchtbaren Boden zu schaffen“, sagt Erdmann. Durch verschiedene Zubehörteile können die „Glow“-Modelle an traditionelle Kochweisen der Entwicklungsregionen angepasst werden, erklärt er.

Im Vergleich zu einem offenen Feuer spare der „Glow“ etwa 75 Prozent der Energie. Gerade für Entwicklungsländer sei die Produktreihe daher interessant, sagt Erdmann. Denn in Afrika haben rund 90 Prozent der Haushalte keinen Strom, ein Großteil des Monatslohns gehe in Entwicklungsländern für Brennmaterial drauf, erklärt Erdmann.

Die Idee für Energiesparherde hatte der 28-Jährige Ende 2011 im Forschungszentrum für Energietechnik in Uganda, wo er direkt nach dem Abschluss seines Dualen Maschinenbaustudiums bei Broetje Automation in Wiefelstede (Kreis Ammerland) ein Jahr lang gearbeitet hat. „Ich hatte schon immer einen Bezug zur Energie und verreise gern“, sagt Erdmann.

Im Jahr 2012 gründete er in Uganda die Firma „Mwoto“ (übersetzt Feuer) – produziert wurde zunächst vor Ort. Wegen der aufwendigen Herstellung der Herde kam Erdmann später auf die Idee, die Teile für die Herde als Bausatz in Deutschland zu produzieren und sie anschließend in die Entwicklungsländer zu transportieren. In den Zielregionen sollen zentrale Verteilzentren entstehen, in denen die Bleche mit speziellen Werkzeugen vorgebogen und zu Bausätzen verpackt werden. „Vom Verteilzentrum werden die Bausätze in der Region zu kleinen dezentralen Werkstätten verschickt, wo der Zusammenbau ohne großen Arbeitsaufwand und mit wenig Know-how erfolgen kann“, sagt Erdmann.

Die Firma „Mwoto“ gibt es zwar nicht mehr, dafür wurde das Projekt „Glow“ ins Leben gerufen. „Während meines Studiums der Regenerativen Energien und Energieeffizienz an der Uni Kassel“, sagt Erdmann. Inzwischen arbeitet er im Team mit drei anderen Studenten aus Kassel. „Durch die Uni haben wir mehr Aufmerksamkeit erlangt und wurden mithilfe von Crowd­funding gefördert“, sagt Erdmann. Außerdem haben sie durch ihre Idee schon einige Preise gewonnen. Unter anderem wurden Erdmann und Lia Weiler als „Glow“-Mitgründer zu den Forbes Top 30 unter 30 Jahren gewählt.

Ziel Firmengründung

Das Team hat noch einiges vor. Drei „Glow“-Modelle aus V2A-Edelstahl werden zurzeit angeboten, demnächst soll es auch eine Produktreihe in Deutschland geben. „Wir möchten eine Firma mit eigener Produktionsstätte gründen, die im Ammerland ihren Sitz haben soll“, sagt Erdmann. Zurzeit lebt er noch in Kassel. Ein paar Rezepttipps hat er auch parat: „Ostafrikanische Speisen kann ich ganz gut“, sagt er und blickt aus dem Fenster seines Elternhauses in Rastede (Ammerland), wo das Wasser vor sich hinköchelt.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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