Wildeshausen - Es ist seit Jahren das große Thema in Wildeshausen: der Neubau der Feuerwehr. Eigentlich sollte er schon längst fertig sein. Doch nach dem Kosten-Desaster mit der Sanierung der Pagenmarsch folgte gleich der nächste Stolperstein. Wie können die Feuerwehrleute sicher zu Einsätzen fahren?
Fakt ist: Die Kurve in der Krandelstraße vorm Hallenbad ist viel zu eng und nur schlecht einsehbar. Dass diese Kurve umgebaut wird, war deshalb von Anfang an Bedingung der Feuerwehr für die Zustimmung zum Standort Pagenmarsch.
Doch bisher war nur klar, was nicht geht. Da Grundstücksbesitzer keine Flächen an die Stadt für einen Umbau der Kurve verkaufen wollten, stand zuletzt gar die Fällung mehrerer alter Eichen zur Diskussion.
Das ist seit Donnerstagnachmittag vom Tisch. Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Feuerwehr trafen sich zum Ortstermin. Und dabei entstand eine überraschende Lösung.
Wolfgang Sasse (CDU) hatte rot-weißes Flatterband mitgebracht. Er demonstrierte zunächst, wie die Verkehrsführung über den neuen Hallenbad-Parkplatz gehen könne. „Dazu müssten nur zwei Bäume versetzt werden. Das wäre machbar“, so Sasse.
Manfred Rebensburg (Grüne) und Hartmut Frerichs (SPD) konnten sich für diese Idee jedoch nicht begeistern. „Die Bäume sind tabu“, meinten beide.
Frerichs schlug vor, die Fahrbahn dadurch zu verbreitern, dass der Bürgersteig und der Seitenstreifen entfernt würden. Der zusätzliche Raum würde die Straße auf 7,50 Meter verbreitern. „Für Radler könnte man dann an der Seite einen roten Mehrzweckstreifen einrichten, den die Feuerwehr bei ihren Einsätzen überfahren kann“, meinte der Bauausschuss-Vorsitzende.
Die zündende Idee kam dann jedoch von Ortsbrandmeister Hermann Cordes. Er nahm den Frerichs-Vorschlag auf, regte aber an, den Kreuzungsbereich noch um einige Meter weiter Richtung Hallenbad zu verlegen. „Dadurch bekommen wir die notwendigen Sichtachsen und den Platz“, meinte er.
Den Ball nahm die Politik prompt auf. Zumal diese Variante vermutlich eine recht kostengünstige sein dürfte.
Im nächsten Bauausschuss ist deshalb mit einem entsprechenden Beschluss zu rechnen. Allerdings: Nur wenige Male im Jahr würde die Feuerwehr diesen Weg zu Einsätzen in der Innenstadt wählen. Die Hauptausfahrt führt über die Breslauer Straße.
Doch damit sind die Diskussionen um die Feuerwehr noch nicht beendet. Was bisher mit keinem Cent im Haushalt auftaucht, sind die Kosten für Außenanlagen. Dabei geht es nicht um ein paar Sträucher, sondern um Zäune und Schranken. „Seit 2011 gelten sehr viel strengere Auflagen“, so Cordes. Hintergrund: Feuerwehren gelten, wie z.B. die Polizei, als gefährdete Ziele für Anschläge. Deshalb dürften in diesem Bereich noch erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen.
Auch noch nicht geklärt ist die Frage der Zufahrt, bzw. die Verschiebung der Wälle. Hier will man mit der Feuerwehr-Unfallkasse die Details absprechen.
Und dann wäre da noch eine Torflinse. Muss sie vor dem Bau noch raus? Oder reichen statische Maßnahmen mit einem stabileren Fundament? „Das müssen wir jetzt schnell klären lassen“, so Frerichs. Deshalb dürfte es wohl auch knapp werden mit dem geplanten Einzug Ende 2016.
