FIKENSOLT - Besser zu spät als nie: Fikensolt hat nun auch einen eigenen Ortsbürgerverein. „Es stimmt natürlich schon, dass wir etwas spät dran sind mit der Gründung“, sagt Jürgen Hinrichs, erster Vorsitzender der „Dorfgemeinschaft Fikensolt“ – und lacht verlegen.

In Zeiten aber, in denen immer wieder vom „Vereinssterben“ die Rede ist, erscheint dieser Schritt umso bemerkenswerter. „Wir waren anfangs unsicher, aber die positive Resonanz bisher hat uns bestärkt“, erzählt Hinrichs. Und dieser Zuspruch lässt sich nicht nur an den bislang 55 Mitgliedern aus Fikensolt, Fikensolterfeld und Klamperesch ablesen. Hierfür sprechen auch die mehr als 70 Gäste, die am Sonntag dem Gründungsfest im Bückelkroog beiwohnen.

Warum das Dorf erst jetzt einen Verein aus der Taufe gehoben hat, erklärt sich Hinrichs so: „Es hat einfach der richtige Anlass gefehlt.“ Die Initialzündung sei schließlich die Wahl eines neuen Bezirksvorstehers im Frühjahr 2011 gewesen. „Da kamen wir alle zusammen und haben erkannt, dass wir mehr Leute brauchen, um das Dorf richtig voranzubringen.“

Offiziell sei man nun seit Ende des vergangenen Jahres im Vereinsregister eingetragen. Bei der Wahl des Namens habe man sich bewusst gegen die Bezeichnung „Ortsbürgerverein“ entschieden, auch wenn die Funktion vergleichbar ist. „Wir sind eben ein Dorf und stehen auch dazu“, so Hinrichs. Gut 300 Bürger werden dem Bereich zugerechnet, für den der Verein künftig Aktionen organisieren will.

Zweiter Vorsitzender Volker Pickrun führt noch einen weiteren Grund an, warum ihnen „Dorfgemeinschaft“ passender erschien: „Es soll anheimelnd klingen, die Zugehörigkeit betonen. Den Begriff ,Ortsbürgerverein’ fanden wir irgendwie zu steril.“


Jetzt gilt es, die Dorfgemeinschaft mit Leben zu füllen. In Planung ist schon einiges: Am 15. März wird es eine erste Mitgliederversammlung geben, angedacht sind zudem Kreativstammtische in regelmäßigen Abständen. Bei diesen soll es immer wieder auch um die Dorfchronik gehen, die momentan in Arbeit ist und für die beim Gründungsfest schon einmal historische Aufnahmen zusammengetragen wurden. „Außerdem haben wir uns fest vorgenommen, beim nächsten Dorfwettbewerb dabei zu sein“, verrät Hinrichs.

Als größte Herausforderung des Vereins sehe er es, so der Vorsitzende, die Jüngeren mit einzubinden. An diesem Nachmittag im Bückelkroog scheint dies aber schon recht gut zu klappen: Hier werden sprichwörtlich alle Generationen an einen Tisch gebracht, sprechen über Geschichte und Zukunft des Dorfes. „Genauso stelle ich mir das vor“, sagt ein merklich zufriedener Volker Pickrun.