Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Entsorgung Firma macht aus Essensresten Strom

Altmoorhausen - Was passiert mit Lebensmitteln, die im Restaurant nicht aufgegessen werden? Sie landen nicht etwa im Restmüll, sondern müssen vorschriftsgemäß entsorgt werden. In Biogasanlagen können die Speisereste weiterverarbeitet werden und dienen so als Stromlieferanten. Was übrig bleibt, wird in der Landwirtschaft als Düngemittel genutzt, Frittierfette werden zu Biodiesel. Eine Firma, die diese Entsorgung übernimmt, ist das Unternehmen Refood. Ihr Kundenstamm ist breit gefächert, von der kleinen Imbissbude um die Ecke bis zum großen Restaurant oder Supermärkten bedient Refood viele Kunden. „Es kommen auch immer mehr Schulen und Kitas dazu, die ja auch immer häufiger Mittagessen für die Schüler anbieten“, erklärt Thomas Helmke, Leiter der Niederlassung in Hude. In seinem Betrieb in Altmoorhausen arbeiten rund 40 Mitarbeiter.

16 Fahrzeuge im Einsatz

Mit 16 Fahrzeugen schwärmen die Refood-Fahrer von Hude aus in ein weites Gebiet von der Küste bis in den Teutoburger Wald und Osnabrück. „Sogar in den Niederlanden haben wir Kunden“, so Helmke. Vor Ort sammeln die Refood-Mitarbeiter die Tonnen mit den Lebensmittelresten und Frittierölen ein. Dabei werden Lebensmittel und Frittierfette streng von einander getrennt, da sie unterschiedlich weiter verarbeitet werden. Die Kunden bezahlen die Entsorgung nach Leerung. Für die Speiseöle bekommen sie sogar Geld zurück, da sie für die Biodieselindustrie wichtige Rohstoffe liefern.

„Wir schütten die Speisereste beim Kunden vor Ort nicht um, sondern stellen spezielle Sammelbehälter zur Verfügung. Bei jeder Entsorgung tauschen unsere Mitarbeiter die Behälter gegen gereinigte und desinfizierte Tonnen aus. Das ist Teil unserer Dienstleistung und einfach sauber“, erläutert Helmke die Vorgehensweise. Zurück in Hude werden die Lebensmittelreste in einen großen Bunker geschüttet. Dort werden sie von Fremdstoffen wie Plastikverpackungen und Metallen befreit. „Es kann schon mal sein, dass der Gastronom eine Gabel mit in die Tonne wischt“, sagt Helmke. Dann werden die Lebensmittelreste auf eine gesetzlich vorgeschriebene Größe von zwölf Millimetern zerkleinert.

Hygienisch und sicher

 Die Frittierfette und Reste von Speiseölen werden an die Biodieselindustrie geliefert und dort weiterverarbeitet. Der Speisebrei aus den Lebensmittelresten verlässt die Niederlassung in Hude in Tankwagen und wird in die verschiedenen Biogasanlagen, die das Unternehmen betreibt, transportiert.

In den Anlagen wird die Biomasse zunächst hygienisiert, das heißt, sie wird, entsprechend der EU-Verordnungen, für eine Stunde auf 70 Grad Celsius erhitzt, um Bakterien und Keime abzutöten. „Dann kommt die Masse in einen Fermenter, den man sich wie einen riesigen Behälter vorstellen kann“, erklärt Helmke. 28 Tage lang bleibt die Biomasse in den Behältern und wird dort in einem mehrstufigen Prozess von Bakterien zersetzt. Dabei entsteht Methangas, welches bei der Verbrennung in den Biogasanlagen Strom und Wärme produziert. „Einen Teil der Energie nutzen wir selbst in unseren Anlagen, der Rest wird ins örtliche Stromnetz eingespeist“, berichtet Helmke. Das Gärprodukt am Ende des Prozesses ist reich an Spurenelementen und Mineralstoffen. Es wird deshalb in der Landwirtschaft als Dünger genutzt und trägt somit wiederum zur Produktion von neuen Lebensmitteln bei.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
Themen