Oldenburg/Leer - Viele Unternehmen im Oldenburger Land und Ostfriesland spüren zurzeit den bereits 2012 erwarteten Dämpfer im mehrjährigen Aufschwung. Er zeigt sich in mehr Firmen mit leicht sinkenden Umsätzen, teils deutlicher gedrückten Gewinnen und insgesamt einem Rückgang beim Geschäftslage-Index. Zugleich wird das Personal aber an Bord gehalten. „Das Beschäftigungswunder ist noch nicht zu Ende“, betonten die Geschäftsführer von Creditreform Oldenburg und Leer, Michael Bolte und Christian Bolte, nach der Befragung von 1226 Betrieben.

Creditreform ist Spezialanbieter im Forderungs- und Kundenmanagement. Die Weser-Ems-Einheiten legten am Freitag ihre Studie zu „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand“ vor.

Die Mehrzahl der Unternehmen im Oldenburger Land und Ostfriesland schätze die aktuelle Geschäftslage weiterhin positiv ein. Und die Erwartungen für ihre weitere Umsatzentwicklung seien im Durchschnitt „vorsichtig optimistisch“, erläuterte Michael Bolte in Oldenburg. „Wir sehen, dass sich die Investitionsbereitschaft wieder erholt, zum Teil sogar sehr deutlich“. Der Geschäftslagesaldo – die Differenz aus den Anteilen guter und schlechter Bewertungen – bewege sich trotz der Abschwächung langfristig in einem „relativ gesunden Korridor“. Für die Region Oldenburg wurden überdurchschnittliche plus 52 Punkte (Vorjahr 54,1) ermittelt, für Leer 46,7 (56,4) – bei deutschlandweit 47,1 (55,4).

Besonders gut sei die Stimmung im Immobiliensektor. 66 Prozent der Befragten, darunter Makler, hätten die Lage als „sehr gut“ bezeichnet.

Bemerkenswert findet man bei Creditreform, dass viele Unternehmen weiterhin Beschäftigung aufbauen – wie schon seit drei Jahren. 20,5 Prozent der Firmen beschäftigten mehr Personal als vor einem halben Jahr (14,6 Prozent reduzierten zugleich).


Als Belastungsfaktoren hätten Unternehmen etwa Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel und Finanzierungsbedingungen angeführt. Fachkräftemangel sei offenbar in baunahen Branchen und im Maschinenbau besonders ausgeprägt. Mancher Manager beklagte Wachstumshemmnisse etwa durch Bürokratie und nachlassende Verlässlichkeit der Politik.

Die Eigenkapitalsituation der regionalen Unternehmen sei im Durchschnitt „weiterhin positiv“. Die Quote liege im Schnitt über 30 Prozent und sei damit besser als der bundesweite Vergleichswert.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)