Hannover - Trotz aller protektionistischen Töne aus den USA befeuert die Digitalisierung den transatlantischen Handel. „Beim Internet schaut jeder zum Silicon Valley – doch momentan schaut das Silicon Valley nach Deutschland“, sagte der Deutschland-Chef des amerikanischen Telekommunikationsunternehmens Cisco, Oliver Tuszik, am Mittwoch auf der Hannover Messe. Er betonte: „Wir waren noch nie so stark verbunden wie jetzt, und Cisco investiert zur Beschleunigung der Digitalisierung fast eine halbe Milliarde Dollar in Deutschland.“
Stefan Mair vom Indus-trieverband BDI hielt US-Präsident Donald Trump vor, Schlachten von gestern zu schlagen. „Er fokussiert sehr stark auf die Verteidigung von Jobs und Industrien, die kaum noch existieren“, sagte er. Die Art von Arbeitsplätzen, über die er spreche, seien die von vor 30 Jahren.
Die Telekom will in den Kampf gegen Cyber-Attacken auf sogenannte „kritische In-frastrukturen“ wie etwa Energie- oder auch Wasserversorgung eingreifen. Intelligente, vorausschauende Wartung vernetzter Fabriken und Maschinen mit Eingriffen aus der Ferne via virtueller Realität ist einer der Mega-Trends der Hannover Messe. Die Schnittstellen nach außen stellen aber ein potenzielles Einfallstor für Cyber-Angreifer dar, warnte Dirk Backofen, Leiter der neuen Telekom-Security-Sparte.
Im Rahmen des Außenwirtschaftstages auf der Hannover Messe wurde auch der Niedersächsische Außenwirtschaftspreis verliehen. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) überreichte den „Export Oskar des Nordens“ in der Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen an Fresh Breeze aus der Wedemark und in der Kategorie Großunternehmen an die BMA Braunschweigische Maschinenbauanstalt. Aus dem Nordwesten waren Weltec Biopower (Vechta), Holzmühle Westerkamp (Visbek) und Orgadata (Leer) für den Preis nominiert.
