München - Die deutschen Unternehmen sind angesichts einiger guter Rahmenbedingungen weiter bester Laune – und setzen mehrheitlich auf den Aufschwung. Der Ifo-Index stieg auch im April und verbesserte sich von 107,9 auf 108,6 Punkte, wie das Ifo Institut am Freitag in München mitteilte.

Der Index gilt als wichtigstes Frühwarninstrument für die Konjunkturentwicklung und wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt.

Die deutsche Wirtschaft erlebt wegen mehrerer günstiger Faktoren einen Aufschwung. Die Wachstumsprognosen lauten für dieses Jahr teilweise auf mehr als zwei Prozent. Zugleich bleiben Risiken, die die Entwicklung bremsen könnten.

Allerdings: Viele Unternehmen sind eher unerschrocken. Der Ifo-Index legte zum fünften Mal innerhalb von sechs Monaten zu (einmal blieb er konstant).

„Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung fort“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Doch in die guten Zahlen mischt sich bei genauerem Hinsehen auch ein wenig Skepsis, denn die Firmen bewerten zwar ihre Lage erneut besser, die Erwartungen an die kommenden Monate trübten sich aber etwas ein.


„Der leichte Rückgang der Geschäftserwartungen zeigt auch, dass eine weiter steigende Dynamik nicht mehr unmittelbar zu erwarten ist“, sagte BayernLB-Konjunkturexperte Stefan Kipar. Die Luft werde dünner, sagte auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Die Bäume wachsen auch in Deutschland nicht in den Himmel.“

Die Wirtschaft profitiert von mehreren Faktoren. Die niedrigen Ölpreise sind einer. Daneben hilft der schwache Euro, denn Exporte in Länder außerhalb der Eurozone werden durch das Umtauschverhältnis lukrativer. Zudem läuft die Binnenkonjunktur: niedrige Zinsen, höhere Löhne und nur wenig steigende Preise schüren die Konsumlust.

Doch es gibt auch Probleme, etwa in den wichtigen Wachstumsländern Brasilien, China, Indien und vor allem Russland. „Die internationale Situation ist und bleibt schwierig“, schreibt VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Grund zum Wehklagen bestehe aber nicht. „Es läuft solide, doch für neue Wachstumsrekorde reicht es eben nicht.“

Konjunkturforscher erwarten für 2015 und 2016 aber einen kräftigen Aufschwung. Teils wurden Prognosen für 2015 von bisher 1,2 Prozent auf bis zu 2,1 Prozent angehoben, 2016 bleibt etwas darunter.