München - Die deutsche Wirtschaft profitiert von der kräftigen Binnennachfrage und geht mit neuem Optimismus in den Frühling. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg nach drei Rückgängen in Folge im März wieder um einen Punkt auf 106,7 Punkte.

Die Unternehmen stuften ihre Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr wieder besser ein, und die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verbesserten sich auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mitteilte.

Auch die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im März aufgehellt. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 3,3 Punkte auf 4,3 Zähler. Aber „das Rätselraten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Schwellenländer, über die künftige Entwicklung des Ölpreises und des Außenwerts des Euro stimmen weiterhin vorsichtig“, erklärte das ZEW.

„Die stabile Inlandsnachfrage stützt die deutsche Wirtschaft und gleicht die schwache Exportdynamik aus“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Die Firmen stellten immer noch zusätzliche Mitarbeiter ein, die Beschäftigungslage sei gut, und weil es wegen der niedrigen Zinsen „keinen Anreiz zum Sparen gibt, geht der deutsche Konsument einkaufen“, sagte Wohlrabe.

Der Lage-Index stieg um 0,9 auf 113,8 Punkte, der Erwartungs-Index legte nach dem Rückschlag im Vormonat von 98,9 auf 100,0 Punkte zu. Der Ifo-Index beruht auf der Befragung von 7000 Unternehmen und gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.


Zuletzt hatte die Furcht der Industrie vor einer andauernden Wachstumsschwäche in China und in den Schwellenländern auf das Konjunkturbarometer gedrückt. Jetzt zeigten sich die Unternehmen zufriedener mit ihrer Geschäftslage und auch etwas zuversichtlicher für die nächste Zeit. „Die Verbesserung in der Industrie war vor allem auf die Konsumgüterhersteller zurückzuführen“, sagte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.