Bürgerfelde - Ein sehr unschöner Anblick: An der Wasseroberfläche des Bürgerfelder Teiches schnappen Hunderte Fische nach Luft, andere treiben tot auf der Wasseroberfläche oder liegen auf dem Grund des Sees. Die von Bürgern alarmierte Polizei ist am Freitagmittag vor Ort, kann aber an der Situation auch nichts ändern. Ein Straftatbestand liegt jedenfalls nicht vor, erklärte Polizeisprecher Sascha Weiß auf Nachfrage der NWZ .
„Grund für das Fischsterben ist akuter Sauerstoffmangel im Wasser“, erläuterte Stadtsprecher Reinhard Schenke das Sterben der Fische. Der Teich wird zurzeit mit einem Saugbagger entschlammt (die NWZ berichtete), um seine Funktion als Regenrückhaltebecken für die Südbäke zu gewährleisten. Das an vielen Stellen sehr flache Gewässer sei ohnehin nicht grade gut mit Sauerstoff gesättigt. Die Baggerarbeiten hätten die Wasserqualität nun noch einmal herabgesetzt, was zu dem Fischsterben geführt habe. Die Stadtverwaltung habe im Vorfeld der Arbeiten mit dem Fischereiverband gesprochen und auf die Gefährdung des Fischbestandes hingewiesen. Eine künstliche Belüftung des Wassers sei nicht möglich, weil die Wasserfläche dafür zu groß sei. Es sei zudem der ideale Zeitpunkt, den See zu entschlammen. Die Wärme im Sommer hätte sonst zu einem erheblich größeren Fischsterben geführt. Im Winter hätte man die Tierwelt aus ihrer Ruhephase gerissen. Ohnehin halte sich der Schaden in Grenzen.
Das bestätigte gegenüber der NWZ Norbert Gerdes, Vorsitzender des Fischereivereins Oldenburg. Jahrzehntelang sei an dem Teich trotz zahlreicher Hinweise nichts passiert. Der Fischereiverein freue sich deshalb, dass der Teich endlich ausgebaggert werde. In den nächsten Jahren werde sich die Wasserqualität deshalb deutlich verbessern. Das Fischsterben sieht Gerdes als nicht dramatisch an, es halte sich in Grenzen. „Es ist die schonendste und vernünftigste Art, den Teich zu säubern“, sagte Gerdes weiter. Der Vereinsvorsitzende hofft, dass die Stadt in absehbarer Zeit auch die Bodenburgteiche in Eversten entschlammen lässt, die in einigen Bereichen bereits verlandet sind.
Und so wird der Bagger auch in den nächsten beiden Wochen im Nordosten des Bürgerfelder Teiches 3400 Kubikmeter Schlamm absaugen, der im Laufe der vergangenen Jahrzehnte von der Südbäke in den See geschwemmt wurde. Das Sediment-/Wassergemisch wird ans gegenüberliegende Ufer am Seezugang an der Feldstraße gepumpt. Dort wird der Schlamm in einer Zentrifuge entwässert und der sogenannte Schlammkuchen verlässt auf einem Förderband die Anlage. Er wird zur Weiterbehandlung nach Bremen gefahren. Das Wasser fließt in den Teich zurück. 255 000 Euro kostet die Entschlammung.
