Oldenburg - „Fit bis zur Rente – geht das in der Gesundheitsbranche?“ Das war eine der zentralen Fragen, über die am Freitag in der Weser-Ems-Halle zum Auftakt der Thementage „Gesund in die Zukunft“ vor 300 Besuchern diskutiert wurde. Für Rita Wick vom Bildungsnetzwerk Nordwest ist die Antwort klar. „Nur dann, wenn zwei Bedingungen gegeben sind: Die innere Einstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ich unter dem Stichwort Selbstverantwortung fassen möchte. Aber auch: die äußeren Rahmenbedingungen, die von den Führungskräften gesetzt werden müssen.“ Sie plädierte für neue Konzepte.
Prof. Dr. Herbert Hockauf, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, nahm kein Blatt vor den Mund. Er forderte ein betriebliches Gesundheitssystem, das vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch der Situation in der Pflege gerecht werde. Er empfahl allen Personalverantwortlichen in den Kliniken, neben dem Qualitätsmanagement auch die Altersstruktur und die Gesundheit der Mitarbeiter im Blick zu haben, sonst könnten sie gleich Rollatoren auch für die Mitarbeiter ausgeben.
Er prognostizierte einen Pflegenotstand, wenn die Systeme in Deutschland nicht verändert würden. Dazu müssten Pflege- und Innovationsmanagement Hand in Hand arbeiten. Ursula Geller, Pflegedirektorin des Evangelischen Krankenhauses, und Personalchef Peter Kellin (Ursula Popken) sprachen über Gesundmacher und Krankmacher in Mitarbeiterführung und Unternehmenskultur. „Wir kriegen den Wandel nur hin, wenn wir alte Wege verlassen.“
Vertieft wurde das Thema in der Abschlussrunde, in der auch Martina Groth vom Paritätischen diskutierte und in der Dr. Thomas Hildebrandt (Industrie- und Handelskammer) es als sinnvoll bezeichnete, dass bei der Gesundheitsförderung in Betrieben das strukturierte Vorgehen eine große Rolle spiele, wenn es mehr als Aktionismus sein solle. „Wir müssen es auch evaluieren“, sagte er.
An diesem Sonnabend und Sonntag werden die Gesundheitstage mit einem Programm zum Informieren, Mitmachen, Diskutieren und Zuhören fortgesetzt.
