München - Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat wenige Tage vor dem Beginn des Betrugsprozesses in München im Fall Kirch seine Unschuld bekräftigt. „Ich war ja aufrichtig“, sagte er dem Magazin „Stern“. Eine Einigung außerhalb des Gerichtssaales, über die in den vergangenen Monaten spekuliert worden war, habe er nicht Erwägung gezogen. „Ich hätte mich mit einem Vergleich nicht gut gefühlt“.

Das Fatale sei aber, dass einen manche schon vorverurteilten, sagte er.

Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck müssen sich von 28. April an wegen des Vorwurfs versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren vor dem Landgericht München verantworten. „Es wird jetzt eben ein bisschen ungemütlich“, sagte Fitschen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Breuer, Ackermann und den anderen Angeklagten vor, sich abgesprochen zu haben, um durch unwahre Angaben vor Gericht Schadenersatzzahlungen an die Erben des Medienkonzerns Kirch abzuwehren. Auch Fitschen habe dies gewusst.

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass die Deutsche Bank weitere 1,5 Milliarden Euro wegen Rechtsstreits zurückstellen muss.