FIUME VENETO - „Dass wir die Hexen sind, das weiß ein jedes Kind“, tönte es am Sonntag durch die Gemeinde Fiume Veneto in Norditalien. Grün gekleidete Gestalten mit Hakennasen und schwarzen Hüten sangen, auf klapprigen Fahrrädern sitzend, das selbst gedichtete Lied. Kein Zweifel, die Huder Proseccohexen sind unterwegs in Italien.
41 Frauen und vier Männer aus Hude und der Umgebung verbrachten jetzt fünf Tage in Hudes Partnerkommune Fiume Veneto. Auf dem Programm standen neben der Teilnahme an der Fiume Pedala, einer großen Fahrradtour durch die Gemeinde Fiume, unter anderem eine Stadtführung in Udine, der Besuch einer Mosaikschule und eine Proseccoprobe.
Nach rund 17-stündiger Busfahrt kam die Gruppe am Donnerstag in Fiume Veneto an. Bürgermeister Lorenzo Cella hieß die deutschen Gäste herzlich willkommen. Cella erinnerte an die erfolgreichen Besuche von italienischen und deutschen Betrieben in diesem Jahr und betonte, dass die Städtepartnerschaft um einen Aspekt reicher sei. Es sei noch Raum vorhanden, um die Partnerschaft zu intensivieren.
Die deutschen Gäste genossen unterdessen die italienische Gastfreundschaft. „Mich hat vor allem der herzliche Empfang begeistert“, so Tanja Hübenthal, die zum ersten Mal mit den Huder Frauen in Fiume Veneto war. „Wir wurden von unserer Gastfamilie aufgenommen, als würden wir uns ewig kennen.“ Das Programm gefiel ihr ausgesprochen gut. Stefanie Restemeier, die zusammen mit Tina Bertoldo die Organisation übernommen hatte, bestätigte: „Die Italiener haben wieder ihr Bestes gegeben.“
Nach einem gemeinsamen Abendessen am Donnerstag standen am Freitag der Besuch einer Mosaikschule in Spilimbergo auf dem Programm, wo Studenten lernen, Mosaike herzustellen. Anschließend ging es zum Bauernmuseum Cjase Cocel, wo das altertümliche bäuerliche Leben in der Region nachempfunden werden kann. Nach einem Picknick, gesponsert vom Huder Eiscafé-Besitzer Gaetano Bertoldo, ging es zur Stadtführung nach Udine. Mit einer Schinkenverkostung klang der Abend aus.
Der Sonnabend stand ganz im Zeichen des Prosecco. Nach dem Besuch des Castel Brando, eines mittelalterlichen Schlosses, das heute ein Wellnesshotel beherbergt, ging es auf Entdeckungstour entlang der „Strada del Prosecco“, der Proseccostraße. Zum Programm gehörte selbstverständlich auch eine Proseccoprobe, zu der die Gruppe bereits in Kostümen erschien.
Ihren großen Auftritt hatten die Proseccohexen dann am Sonntag bei der Fiume Pedala, einer großen Radtour durch Fiume Veneto und die umliegenden Gemeinden. Die Huder Gruppe nahm bereits zum vierten Mal teil. In diesem Jahr gelang es den 45 Proseccohexen, nicht nur den Preis für die weiteste Anreise zu gewinnen, sondern auch zur besten Gruppe gewählt zu werden.
Den Sonntagnachmittag verbrachten die Hexen dann mit ihren Gastfamilien. Nach einem Besuch der Stadt Magniago und dem gemeinsamen Abschiedsessen ging es Montag wieder zurück nach Hude – nicht auf Besen, sondern im Bus. Im Gepäck haben die Huder Hexen neben zahlreichen Geschenken vor allem eine Menge toller Erlebnisse. Und das Versprechen der Italiener, im nächsten Jahr zahlreich nach Hude zu kommen, um den freundschaftlichen Austausch weiterzuführen.
