FLADDER - Das Geburtstagskind freute sich über die Gratulationen. Lange lebt seit 1958 auf einem Hof an der Litteler Straße.
Von Werner Fademrecht
FLADDER - Als Diedrich Lange am 28. Juni 1903 das Licht der Welt erblickte, wurde Deutschland noch von einem Kaiser regiert. Die Firmen Siemens, Braun und AEG in Berlin gründeten gerade eine Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, besser bekannt unter dem Namen Telefunken. Die Monarchie ist schon lange Geschichte und auch das Unternehmen Telefunken existiert nur noch in der Erinnerung der Menschen. Diedrich Lange dagegen genießt seinen Lebensabend im Kreise seiner Tochter Almut und deren Mann Otto Spille in Fladder auf einem „Resthof“ an der Litteler Straße.Mit einem Gläschen Rotwein hat Wardenburgs ältester Bürger gestern seinen Geburtstag gefeiert. Zum Empfang an der Litteler Straße 83, wo Lange seit 1958 wohnt, kamen stellvertretender Landrat Friedrich Harnisch, Bürgermeister Eckhard Heinje, Pastor Heinrich Petersen sowie Nachbarn und Freunde.
Diedrich Lange, der zu den Mitbegründern des Reitervereins Holle zählt, sammelte nach seiner Schulausbildung und dem Besuch der Landwirtschaftsschule Oldenburg zunächst praktische Erfahrungen auf Bauernhöfen in Altjührden und Westerburg. 1934 heiratete er seine Frau Alma, geborene Haye, die 1990 mit 85 Jahren verstorben ist. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Langes Sohn verunglückte im Alter von 24 Jahren tödlich. 1952 bezog Lange mit seiner Frau einen eigenen Hof in Harbern, sechs Jahre später zog das Ehepaar an die Litteler Straße. Seine Tochter Almut betreibt hier mit ihrem Mann Otto Spille eine Hobby-Landwirtschaft mit Hühnern und Schafen, beide kümmern sich liebevoll um den pflegebedürftigen Senioren.
Auch wenn er vor zwölf Jahren seine Sehfähigkeit verloren hat, so gilt dies nicht für den Lebensmut und den Humor des ältesten Wardenburgers. Im Kreise der Gratulanten ließ er sich gestern ein Gläschen kalifornischen Rotwein schmecken und freute sich auch über zwei prächtige Präsentkörbe voller Obst und Süßigkeiten.
