Oldenburg - Es kommt offenbar Bewegung in die Tarifpolitik des Fleisch-Riesen Danish Crown. Bis Januar kommenden Jahres wollen sich die Verantwortlichen mit Vertretern der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammensetzen. Das bestätige Unternehmenssprecher Jens Hansen am Freitag auf NWZ -Nachfrage.

Bei dem Sondierungsgespräch soll es um die Verträge der rund 180 Beschäftigten von Danish Crown und dessen Tochterunternehmen Tulip am Standort Oldenburg gehen. „Wir fordern nichts Utopisches, sondern nur das Gleiche wie die Kolleginnen und Kollegen in Schüttorf“, sagt NGG-Geschäftsführer Matthias Brümmer. Im Schüttorfer Tulip-Werk würden die Mitarbeiter zu besseren Konditionen arbeiten, weiß Brümmer.

Ob die Übernahme der Konditionen aus den Schüttorfer Verträgen realistisch ist, wollte Danish Crown-Sprecher Hansen noch nicht sagen. Man werde sich mit der Gewerkschaft zusammensetzen und die Möglichkeiten besprechen.

Der Zusage zur Aufnahme von Sondierungsgesprächen waren Irritationen vorausgegangen. Bereits am 3. September hatte die NGG Danish Crown zur Aufnahme von Tarifgesprächen aufgefordert. Mit Schreiben vom 6. Oktober, das der NWZ  vorliegt, hatte die NGG noch einmal an den Fleischkonzern geschrieben. Eine Reaktion habe es nicht gegeben, betont NGG-Geschäftsführer Brümmer. Nachdem die NWZ  bei Danish Crown am Freitag nachfragte, signalisierte man seitens des Konzerns, dass nun Gespräche folgen würden. Das Tochterunternehmen Tulip in Oldenburg hatte sich zuvor bei der NGG gemeldet und bereits einen Verhandlungstermin vereinbart, sagt Brümmer.

„In Tariffragen sind die Ohren von Danish Crown auf Durchzug gestellt“, hatte Brümmer bereits geklagt. Der Konzern „hintertreibe“ mit diesem Aussitzen weiter die Bemühungen zur Durchsetzung von fairen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Firmen-Sprecher Hansen kontert: „Es wäre doch normal gewesen, dass der Betriebsrat zu uns kommt und nach neuen Tarifen fragt. Das ist aber bisher nicht passiert.“


Die Bereitschaft des Konzerns zu Gesprächen, kommentierte Brümmer am Freitagabend im NWZ -Gespräch als „löblich“.